Arbeit / Arbeitslosigkeit

Arbeit & Arbeitslosigkeit

Arbeit / Arbeitslosigkeit

Einführung

Einführung zum Thema und zu Arbeitsschwerpunkten

Rund 135.000 Menschen in Rheinland-Pfalz sind arbeitslos gemeldet. Davon gelten circa 85.000 Menschen als Langzeitarbeitslos (= länger als 1 Jahr lang arbeitslos).
Etwa 30.000 Menschen befinden sich in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, möglichst schnell einen Übergang von Arbeitslosigkeit in Beschäftigung zu erreichen.
Dem gegenüber stehen gut 40.000 gemeldete offene Stellen (Zahlen September 2021).

Über den Zeitraum der letzten 10 - 15 Jahre hält sich die Quote derjenigen, die vorübergehend oder über einen längeren Zeitraum arbeitslos waren recht stabil bei etwa 4,5 – 5 %.
Krisen auf dem Arbeitsmarkt (Finanzkrise nach 2008 und Corona Pandemie 2020/21) wirkten sich in Rheinland-Pfalz längst nicht so dramatisch auf die Beschäftigungsquote aus wie in vielen anderen Bundesländern und stabilisiert sich wieder relativ schnell auf einem durchschnittlichen Niveau.

Ursächlich dafür ist wahrscheinlich die Wirtschaftsstruktur in Rheinland-Pfalz, sehr viele KMU, Handwerk, Dienstleistungen und auch nennenswerte Industriebetriebe.

Schwerpunkte im Arbeitsbereich

Nach wie vor stehen beim Diakonischen Engagement in der Arbeitsmarktpolitik die Unterstützung und Hilfen für langzeiterwerbslose Menschen im Vordergrund, welche sich in der Regel im steuerfinanzierten
SGB II – System befinden, auch als Hartz IV bekannt.

Zum einen geht es um eine aus Diakonischer Sicht umfassende Reform des SGB II:
- die zu niedrig angesetzten Transferleistungen der Existenzsicherung müssen auf ein höheres Niveau gehoben werden
- der Grundcharakter der sanktionsbewehrten Hilfen muss verschwinden zugunsten eines wertschätzenden und positiven Umgangs mit den betroffenen Menschen.

Das Konzept der Diakonie verbindet passgerechte Hilfe, eine gesicherte Existenz und die Unterstützung der Hilfesuchenden am Arbeitsmarkt. Es ist geprägt durch die gleiche Augenhöhe aller Beteiligten, Wertschätzung, Gleichberechtigung und Kooperation. Lesen Sie hier mehr dazu:

"Existenzsicherung neu denken– „Hartz IV“ überwinden" (PDF-Datei, 441 KB)

Zum anderen geht es um die sozial und beruflich integrativen Hilfen, angefangen bei Beratung über Coaching und Schulung bis hin zu Vermittlung in Beschäftigung bzw. Ausbildung.

Hintergrund

Im Themenfeld "Arbeit/Arbeitslosigkeit" befassen wir uns mit den drei Richtungen arbeitsmarktpolitischen Handelns:

  1. "Aktive Arbeitsmarktpolitik": Unterstützung von Arbeitslosen bei der (Wieder-) Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Dazu zählen: Hilfen beim Übergang Schule - Beruf, Ausbildungsbegleitende Hilfen, Qualifizierungs-und/oder Beschäftigungsmaßnahmen für (langzeit-) arbeitslose Menschen, aber auch Schaffen von auf Dauer angelegten Arbeitsplätzen für besonders schwer Benachteiligte am Arbeitsmarkt (z.B. Menschen mit Behinderung oder geringer Arbeitsleistung). Ebenso gehören Beratungs- und sozialpädagogische Betreuungsleistungen in diesen Bereich.
  2. "Passive Arbeitsmarktpolitik": Abmilderung von materiellen Schäden, die durch Arbeitslosigkeit entstehen. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland zum Einen die zeitlich befristete Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld 1), zum Anderen die steuerfinanzierte Grundsicherung (Arbeitslosengeld 2, gemeinhin auch Hartz IV genannt)
  3. "Proaktive Arbeitsmarktpolitik": Angebote an von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer_innen, um schon im Vorfeld von drohender Arbeitslosigkeit Unterstützungsleistungen zur Abwendung von Arbeitslosigkeit anzubieten.


Da das Themenfeld Arbeit/Arbeitslosigkeit/Arbeitsmarktpolitik grundsätzlich gesellschaftspolitischen Entscheidungen unterliegt, werden die Entscheidungen der politischen Mandatsträger sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene kritisch betrachtet. Diakonie und Kirche sehen sich in der Verantwortung, im Sinne der Betroffenen Fürsprecher zu sein und die Stimme zu erheben, damit den Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, adäquate Hilfen angeboten werden.


Angebote der Diakonie

Etliche regionale Diakonische Werke und namentlich Freie Träger bieten arbeitslosen Menschen Hilfen an, die die Betroffenen im Sinne der aktiven Arbeitsmarktpolitik (s.o.) unterstützen. Der Schwerpunkt der Angebote liegt meist bei Hilfen für langzeitarbeitslose Menschen. Die Angebotspalette geht von Beratung über Qualifizierung, oftmals kombiniert mit zeitlich befristeter Beschäftigung, bis hin zur Schaffung von Dauerarbeitsplätzen, z.B. für Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Handicaps oder solchen, die eine Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt bislang verhinderten.

 

Kontakt

Kontakt zum Thema Arbeit und Erwerbslosigkeit

Albrecht Bähr
Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz (Sprecher)

Große Bleiche 47
55116 Mainz
Telefon: 06131 32741-20

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