27. Juli 2021
Unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs mit seinen 30 Millionen Gefl√ľchteten und als Antwort auf das Versagen der internationalen Gemeinschaft w√§hrend der Nazi-Diktatur wurde am 28. Juli 1951 in Genf das ‚ÄěAbkommen √ľber die Rechtsstellung der Fl√ľchtlinge‚Äú - die Genfer Fl√ľchtlingskonvention (GFK) verabschiedet.¬†
Zu diesem Anlass sagt Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: 
 
‚ÄěDie Genfer Fl√ľchtlingskonvention ist bis heute das wichtigste internationale Abkommen f√ľr den Fl√ľchtlingsschutz und angesichts der Herausforderungen nach wie vor unverzichtbar. Flucht und Vertreibung sind keine kurzfristigen und vor√ľbergehenden Ph√§nomene, sondern eine st√§ndige Gestaltungsaufgabe. Sie erfordert Solidarit√§t mit den gef√§hrdeten Menschen und den Erstaufnahmestaaten.¬†
 
Individuelle Menschenrechte, wie das Recht auf Asyl und Schutz vor Verfolgung sind demokratische Grundpfeiler und eine der wichtigsten Lehren aus der deutschen Nazi-Diktatur. Dennoch sind sie auch heute alles andere als selbstverständlich. 
 
Die Konvention hat bis heute zum Schutz vieler Millionen Menschen auch in Deutschland beigetragen und Leben gerettet. Das ist eine Erfolgsgeschichte, die es am 70. Jahrestag zu feiern gilt. 
 
Und doch muss immer wieder um die Einhaltung der Genfer Fl√ľchtlingskonvention geworben und gestritten werden. Was derzeit an den europ√§ischen Land- und Seegrenzen geschieht, ist eine klare Missachtung der Grundprinzipien des Fl√ľchtlingsschutzes. Die fehlende staatliche Seenotrettung, die physische Zur√ľckweisung Asylsuchender, die Gewaltanwendungen gegen Schutzsuchende, der Verweis auf Drittstaaten und Migrationskontrollen weit vor den Grenzen Europas sind Strategien, die den Zugang auf Schutz verhindern.¬†
 
Es gilt, Fluchtursachen zu bek√§mpfen und gefl√ľchteten Menschen Schutz zu gew√§hren. Daran hat sich auch 70 Jahre nach der Erstunterzeichnung leider nichts ge√§ndert.‚Äú¬†
 
Dagmar Pruin, Pr√§sidentin von Brot f√ľr die Welt:¬†
 
‚ÄěNoch nie waren weltweit so viele Menschen auf der Flucht vor Gewalt, Verfolgung, aber auch vor den Folgen des Klimawandels. Die allermeisten Gefl√ľchteten suchen Schutz innerhalb des eigenen Landes oder fl√ľchten in Nachbarstaaten, die h√§ufig √ľberfordert sind. Diese Staaten brauchen unsere Hilfe.¬†
 
Statt Migrationsabwehr zu unterst√ľtzen, sollte die deutsche und europ√§ische Politik dazu beitragen, Gewaltkonflikten vorzubeugen und den Menschen nachhaltige Lebensperspektiven zu schaffen. Kein Mensch darf sich gezwungen sehen, sein Land zu verlassen.‚Äú¬†
 
Hintergrund:
Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Bundesweit sind etwa 599.282 hauptamtliche Mitarbeitende in rund 31.600 ambulanten und station√§ren Diensten der Diakonie wie Pflegeheimen und Krankenh√§usern, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 1,18 Millionen Betten/Pl√§tzen besch√§ftigt. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterst√ľtzt j√§hrlich mehr als zehn Millionen Menschen. Etwa 700.000 freiwillig Engagierte sind bundesweit in der Diakonie aktiv.¬†
 
Brot f√ľr die Welt ist das Entwicklungswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland und ihrer Diakonie. Mit mehr als 1.500 Projekten in mehr als 90 L√§ndern hilft Brot f√ľr die Welt armen und ausgegrenzten Menschen, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern.