6. Mai 2021

Berlin. Das Bundesfamilienministerium plant ein Zwei- Milliarden-"Aufholprogramm", um die negativen Folgen der Corona-Pandemie f├╝r junge Menschen und Familien auszugleichen. Das Programm ist heute vom Bundeskabinett beschlossen worden. Dazu sagt Maria Loheide, Vorst├Ąndin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland:

"Das Aufholprogramm f├╝r Kinder und Jugendliche ist ein wichtiges und l├Ąngst ├╝berf├Ąlliges Signal an hoch belastete Familien in Deutschland. Die Corona- Pandemie bringt viele Familien mit Kindern an den Rand ihrer Grenzen. Durch Homeschooling, geschlossene Kindertageseinrichtungen und fehlende soziale Kontakte sind Jugendliche und Kinder seit mehr als einem Jahr ├╝ber die Ma├če belastet. Ihnen fehlen kontinuierliche Bildungsangebote, Entwicklungsf├Ârderungen und der Austausch mit Freunden. Viele Familien k├Ânnen ohne Unterst├╝tzung diese L├╝cken nicht kompensieren und aufholen. Die Einschr├Ąnkungen, die junge Menschen erleben, werden ihre soziale Entwicklung, Bildungsbiographie, berufliche Chancen und Perspektiven langfristig beeintr├Ąchtigen.

Kinder und Jugendliche durch ein Bundesprogramm gezielt zu unterst├╝tzen und zu f├Ârdern, ist daher dringend notwendig; gerade, um Nachteile - insbesondere f├╝r Menschen in prek├Ąren Lebenssituationen - auszugleichen. Denn wer schon vor Corona benachteiligt war, den trifft auch die Pandemie h├Ąrter. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Jugendinstituts f├╝hlen sich in der Corona-Krise besonders viele Kinder aus finanziell belasteten Familien einsam. Etwa ein Drittel der Kinder hatte Schwierigkeiten, mit dem Lockdown zurechtzukommen - gab es h├Ąufiger Konflikte in der Familie, betraf dies sogar mehr als die H├Ąlfte.

Umso wichtiger ist, dass es nicht nur um 'Aufholung' von Bildungsl├╝cken geht, sondern auch um psychosoziale Entlastung, Freizeitaktivit├Ąten f├╝r Kinder und sp├╝rbare 'Erholung'. Das 'Aufholprogramm' darf kein einmaliges 'Wahlgeschenk' sein, sondern wir brauchen Programme, die Familien, Kinder und Jugendliche unmittelbar und nachhaltig f├Ârdern, damit sie 'aufholen' k├Ânnen.

Dazu sollten F├Ârdermittel m├Âglichst direkt bei den Betroffenen und in der sozialen Infrastruktur ankommen."

Weitere Informationen:

DJI-Studie zu Kindsein in Zeiten von Corona: https://www.dji.de/themen/familie/kindsein-in-zeiten-von-corona-studienergebnisse.html