29. Mai 2020

Gemeinsame ErklÀrung zum Internationalen Kindertag: "Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft PrioritÀt haben!"


Mainz. AnlĂ€sslich des Internationalen Kindertages fordert ein breites BĂŒndnis unter FederfĂŒhrung der Nationalen Armutskonferenz (nak) Bund, LĂ€nder und Kommunen auf, der BekĂ€mpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen in Deutschland die Aufmerksamkeit zu geben, die sie verdient. Die Diakonie gehört zu den Erstunterzeichnern. Das BĂŒndnis appelliert an die politisch Verantwortlichen, endlich konkrete Konzepte mit notwendigen Umsetzungsschritten vorzulegen, die allen Kindern und Jugendlichen ein gutes Aufwachsen ermöglichen.

 

 „Die Zahlen und auch die Erfahrungen aus unserer Beratungsarbeit in den HĂ€usern der Diakonie sind bedrĂŒckend. Die BedĂŒrfnisse von Kindern, die in armen Familien aufwachsen, werden einfach nicht wahrgenommen und ausreichend berĂŒcksichtigt. Das ist ein blinder Fleck in der Sozial-, Familien- und Bildungspolitik unseres Landes“,

sagt Diakoniepfarrer Albrecht BĂ€hr, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Pfalz und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz. Diese vergessenen Kinder und deren Familien drohten in der aktuellen Krise ins völlige Abseits zu geraten. „Da vermisse ich den Aufschrei in Gesellschaft und Politik“, sagt BĂ€hr.

Jedes fĂŒnfte Kind und jede*r fĂŒnfte Jugendliche wĂ€chst in einem Haushalt auf, in dem Mangel zum Alltag gehört: Mangel an Geld sowie an sozialen, kulturellen und gesundheitlichen Chancen. Das muss sich Ă€ndern: Wir können nicht lĂ€nger hinnehmen, dass Kindern und Jugendlichen Startchancen genommen werden ihnen bestimmte gesellschaftliche Erfahrungen und AktivitĂ€ten oft dauerhaft verschlossen bleiben. Folgende GrundsĂ€tze sind hierbei fĂŒr die unterzeichnenden Sozial- und FamilienverbĂ€nde, Gewerkschaften, Stiftungen, Kinderrechtsorganisationen und Einzelpersonen von zentraler Bedeutung: 

  • Armut ist kein Versagen der*des Einzelnen
  • Alle Kinder und Jugendlichen haben Anspruch auf gleichwertige LebensverhĂ€ltnisse
  • Jedes Kind ist gleich viel wert
  • UnterstĂŒtzung muss dort ankommen, wo sie gebraucht wird

 

Kinder und Jugendliche, deren Familien auf finanzielle UnterstĂŒtzung angewiesen sind, haben es in der "Corona-Krise" besonders schwer: Mit der Schließung von KindertagesstĂ€tten, Schulen und sozialen Einrichtungen sind wichtige Lern- und Hilfemöglichkeiten auf einen Schlag entfallen.

„Es muss endlich etwas getan werden. Kinder und Jugendliche aus armen Familien sind wieder einmal die Verlierer in der Gesellschaft. Das war schon vor der Corona-Krise so. Nun aber wird ihr Leben noch beschwerlicher. Viele fĂŒhlen sich allein gelassen und abgehĂ€ngt.“

sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, zum Internationalen Kindertag am 1. Juni.

 

Gerwin Stöcken, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz (nak), erklĂ€rt dazu: „Armut grenzt aus und macht krank. Armut schrĂ€nkt Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung ein und gibt ihnen damit nicht die Chance, auf ein Aufwachsen in Wohlergehen. Die unterzeichnenden VerbĂ€nde, Organisationen und Gewerkschaften sind sich einig, dass alles getan werden muss, damit alle Kinder gesellschaftliche Teilhabe erfahren können und ein gutes Aufwachsen gesichert ist. Dazu gehören der Ausbau der sozialen Sicherungssysteme, aktuell auch durch krisenbedingte AufschlĂ€ge und vereinfachten Zugang zu Leistungen, die Sicherstellung sozialer Infrastruktur sowie die intensive Begleitung von Kindern und Jugendlichen zurĂŒck in ihren Kita- und Schulalltag!“

Im Wortaut: Gemeinsame ErklĂ€rung des Ratschlags Kinderarmut zum Internationalen Kindertag 2020 „Ein gutes Aufwachsen von allen Kindern und Jugendlichen muss in unserer Gesellschaft PrioritĂ€t haben!“  (PDF-Datei, 695 KB)

Lesen Sie hier das Interview "Wir mĂŒssen jetzt in unsere Zukunft investieren" der Diakonie Rheinland-Westfalen Lippe