29. Mai 2020

Diakonie und Caritas: Menschen in Fl√ľchtlingsunterk√ľnften brauchen besseren Schutz vor Corona

  • Gro√üe Fl√ľchtlingsunterk√ľnfte d√ľrfen nicht zu Corona-Hotspots werden
  • Dezentrale L√∂sungen stehen bereit

¬†Berlin, 29. Mai 2020 - Mit Blick auf die j√ľngsten Corona-Ausbr√ľche in gro√üen Fl√ľchtlingsunterk√ľnften mahnen die Diakonie Deutschland und der Deutsche Caritasverband einen verbesserten Schutz der dort lebenden Menschen vor dem Corona-Virus an.

W√§hrend die Ma√ünahmen zur Eind√§mmung in vielen Bereichen gelockert werden, bleibt die Situation in Fl√ľchtlingsunterk√ľnften angespannt. Gerade in gr√∂√üeren Unterk√ľnften haben die Menschen keine M√∂glichkeit, die beh√∂rdlichen Vorgaben zu k√∂rperlicher Distanz und Kontaktvermeidung einzuhalten und sich zu sch√ľtzen. Die Unterk√ľnfte sind f√ľr den Ausbruch einer Pandemie nicht gewappnet und die Ansteckungsgefahr k√∂nnte dem bis zu 50-fachen der Allgemeinbev√∂lkerung entsprechen, was am Beispiel gro√üer Landeseinrichtungen in Baden-W√ľrttemberg errechnet wurde.

Diakonie-Pr√§sident Ulrich Lilie: "Gro√üe Fl√ľchtlingsunterk√ľnfte d√ľrfen nicht zu neuen Corona-Hotspots werden. Eine dezentrale Unterbringung der Fl√ľchtlinge ist der beste Schutz - f√ľr sie und die ganze Gesellschaft. Die Diakonie fordert seit Jahren gute Standards der Unterbringung. Corona belegt, dass das Konzept, viele Menschen auf engem Raum zusammenzupferchen, der falsche Weg ist." Eine Unterbringung in Gro√üunterk√ľnften sei au√üerdem gar nicht notwendig, weil viele Kommunen bereits ihre Unterst√ľtzung angeboten h√§tten. Auch Diakonie und Caritas sowie kirchliche Tagungsh√§user haben ihre Hilfe angeboten, um die Menschen dezentral unterzubringen.

¬†"Es kann nicht sein, dass die Politik wegschaut und einfach hinnimmt, dass die Hygieneregeln in Fl√ľchtlingsunterk√ľnften nicht einzuhalten sind", so Caritas- Pr√§sident Peter Neher. "Zumindest f√ľr die Menschen, die zu den Risikogruppen geh√∂ren, und f√ľr Familien mit Kindern sollten schnellstens andere Formen der Unterbringung organisiert werden."¬†

¬†Auch wenn viele gefl√ľchtete Menschen relativ jung sind, haben nicht wenige von ihnen Vorerkrankungen, die im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion t√∂dlich verlaufen k√∂nnen. Die hohe Zahl unbehandelter Vorerkrankungen h√§ngt unter anderem damit zusammen, dass nach dem Asylbewerberleistungsgesetz nur akute und schmerzhafte Erkrankungen behandelt werden, nicht aber chronische Erkrankungen.

Daher sollten allen die medizinisch notwendigen Leistungen, wie sie die Krankenkassen definieren, gew√§hrt und eine elektronische Gesundheitskarte ausgestellt werden. "In Corona-Zeiten Personen erst einmal zum Amt zu schicken, um sich einen Kosten√ľbernahmeschein zu holen, bevor der Arztbesuch m√∂glich ist, wirkt wie aus der Zeit gefallen", so die Pr√§sidenten.

¬†Zahlreiche Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterk√ľnfte standen bereits unter Quarant√§ne. Auch wenn die positiv getesteten Personen isoliert werden, haben sie oftmals zuvor weitere angesteckt. In der Folge breitet sich das Virus in diesen Einrichtungen rasant aus. Teilweise kommt es dadurch zu Kettenquarant√§nen, so dass Bewohnerinnen und Bewohner wochenlang die Einrichtungen nicht verlassen k√∂nnen.

¬†"Die momentane Situation macht es gefl√ľchteten Menschen noch schwerer, ihren Platz hier zu finden. Ihre Unterbringungssituation schnell anzugehen w√§re ein erster Schritt, die Integration zu f√∂rdern", so Ulrich Lilie und Peter Neher.

"Das ist unsere Verantwortung an unseren Mitmenschen."   

 Weitere Informationen:

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 Kontakt:

Kathrin Klinkusch, Pressesprecherin Diakonie Deutschland, Tel. +49 30-65211- 1878, Email: kathrin.klinkusch@diakonie.de, www.diakonie.de

 

Mathilde Langendorf, Pressesprecherin Deutscher Caritasverband, Tel. +49 30

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Kathrin Klinkusch, Pressesprecherin

 

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