12. Mai 2020

Berlin/Mainz.  Zum Internationalen Tag der Pflege fordern die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Diakonie Deutschland eine höhere Anerkennung fĂŒr den Beruf, aber auch eine bessere finanzielle Ausstattung. Albrecht BĂ€hr, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Ökumenischen Sozialstationen sowie Vorstand der Pflegegesellschaft Rheinland-Pfalz schließt sich dem Appell an und dankt allen PflegekrĂ€ften fĂŒr ihren unermĂŒdlichen Einsatz rund um die Uhr - und "das nicht erst und nur in Corona-Zeiten", wie BĂ€hr betont.

"Die Corona-Krise hat noch einmal ĂŒberdeutlich gemacht, wie wichtig der Pflegeberuf ist", sagt Diakonie-PrĂ€sident Ulrich Lilie. "Wie gut, dass es in den KrankenhĂ€usern und Seniorenheimen lĂ€ngst eine hohe WertschĂ€tzung gibt." Aber auch in der Öffentlichkeit sei das inzwischen angekommen: in den Kommentaren der Zeitungen, beim Applaus von den Balkonen und auch im Deutschen Bundestag.

"Klatschen ist gut, ein zukunftsfĂ€higer Umbau der Pflegeversicherung ist besser. Diese Alltagsheldinnen, die sich mit großem Aufwand um unsere Schwachen und Alten kĂŒmmern, mĂŒssen jetzt auf Dauer mehr bekommen",

sagt der Diakonie-PrÀsident.

"Die Erfahrungen mit der Krise mĂŒssen zu einem Umdenken fĂŒhren, was fĂŒr unsere Zukunft wirklich wichtig ist", sagt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Ein "weiter so wie zuvor" dĂŒrfe es nicht geben: "Wir haben in einem neuen Maß gelernt, Respekt fĂŒreinander zu zeigen." Daraus folge, dass die Leistung fĂŒr den NĂ€chsten kĂŒnftig auch stĂ€rker honoriert werden mĂŒsse.

Bedford-Strohm fordert, dass Ressourcen kĂŒnftig gerechter verteilt werden. "Wer Alte, Kranke und Menschen mit Behinderung betreut, muss ein grĂ¶ĂŸeres StĂŒck vom gesellschaftlichen Wohlstand abbekommen", sagt der EKD-Ratsvorsitzende. Diakonie- PrĂ€sident Lilie ergĂ€nzt: "Einmalige Zahlungen wie eine steuerfreie PrĂ€mie sind ein wichtiges Signal, aber das reicht auf Dauer nicht. Die Sozialsysteme mĂŒssen mit mehr Geld ausgestattet werden."

Der Diakonie-PrĂ€sident und der EKD-Ratsvorsitzende verweisen darauf, dass eine Aufwertung des Berufs sich nicht nur auf die Zufriedenheit der Pflegenden, sondern auch auf die ihnen anvertrauten Menschen auswirke. "Bei Krankheit oder im hohen Alter gehören Freundlichkeit und Zuwendung zu einem wĂŒrdevollen Umfeld", sagt Landesbischof Bedford-Strohm.

PrĂ€sident Lilie unterstreicht, eine gute Bezahlung sei die Grundlage dafĂŒr, auch weiterhin gutes und engagiertes Personal zu finden: "Immer mehr Menschen werden immer Ă€lter, und es gibt immer weniger Pflegerinnen und Pfleger." Die Gesellschaft stehe vor einer sozialen Jahrhundertaufgabe.

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