15. November 2017

Berlin, 14. November 2017 Die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) vorgestellten Berechnungen zur Zahl wohnungsloser bzw. von Obdachlosigkeit betroffenen Menschen belegen einen dringenden Handlungsbedarf. Angesichts der steigenden Zahl wohnungsloser Menschen muss die BekÀmpfung und Verhinderung von Wohnungslosigkeit ein Schwerpunkt der politischen Arbeit der nÀchsten Jahre werden.

Der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland mit ihren Fachorganisationen fĂŒr Wohnungslosenhilfe, der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (KAG W) und dem Evangelischen Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe (EBET) unterstĂŒtzen daher nachdrĂŒcklich die Forderung der BAGW nach EinfĂŒhrung einer bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik. Diese ist zwingend notwendig, um verlĂ€ssliche Zahlen zu erhalten.

Vor allem in StÀdten und Ballungszentren, zunehmend aber auch im lÀndlichen Raum, fehlt angemessener und bezahlbarer Wohnraum. In besonderer Weise trifft dies Menschen in prekÀren Lebenslagen, die verstÀrkt vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind.

Gemeinsam fordern Caritas und Diakonie ein koordiniertes Vorgehen der politisch Verantwortlichen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Notwendig sind prĂ€ventive Maßnahmen, um frĂŒhzeitig den Verlust von Wohnraum zu verhindern. Dazu zĂ€hlen auf kommunaler Ebene der Ausbau von aufsuchenden Hilfen, Mieter- und Schuldnerberatung. Auf LĂ€nder- und Bundesebene mĂŒssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, sozial gemischte Quartiere zu fördern, in denen auch benachteiligte Menschen bezahlbaren Wohnraum finden. Zudem mĂŒssen die entsprechenden rechtlichen Rahmenbedingungen ausgebaut werden, damit Mieten weiterhin auch fĂŒr Menschen mit geringem Einkommen und im Bezug von Grundsicherung und ALG II bezahlbar bleiben.

Vordringlich ist es, dass die angemessene Erstattung der Kosten der Unterkunft und Heizung fĂŒr Menschen in prekĂ€ren EinkommensverhĂ€ltnissen verlĂ€sslich gewĂ€hrleistet wird. Das Bundesverfassungsgericht hat den Vorlagebeschluss des Sozialgerichts Mainz zu den Kosten der Unterkunft und Heizung mit der heutigen Entscheidung zurĂŒckgewiesen. Dies ist Anlass fĂŒr die VerbĂ€nde, ihre politischen Anstrengungen fĂŒr eine sachgerechte Ermittlung der Angemessenheitsgrenzen fĂŒr Kosten der Unterkunft und Heizung zu intensivieren. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die VerfĂŒgbarkeit von Wohnraum sowie die in der Person liegenden Besonderheiten in jedem Einzelfall berĂŒcksichtigt werden.

Der Deutsche Caritasverband, die Diakonie Deutschland, die Katholische Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und der Evangelische Bundesfachverband Existenzsicherung und Teilhabe e.V. sind korporative Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V.