27. April 2015

"Health and Crime - Bek√§mpfung von Straftaten im Gesundheitswesen", unter diesem Titel fand am 22 und 23. April 2015 in Mainz eine Fachtagung des Polizeipr√§sidiums Mainz unter Schirmherrschaft des rheinland-pf√§lzischen Innenministeriums statt, die dazu dienen sollte, Korruption im Gesundheitswesen effektiv zu bek√§mpfen. Ein Ziel, welches alle Beteiligten eint und f√ľr welches sich auch die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz stark macht. Geladen waren vor allem bundesweite VertreterInnen von Polizei und Staatsanwaltschaften, jedoch auch von Kostentr√§gern und Berufsgruppen.

Unter der Moderation eines bekannten Pflegekritikers, der gleichzeitig Vortragsredner war, wurde im Bereich der Pflege daraus jedoch leider eine Verkaufsveranstaltung f√ľr dessen neues Buch, mit dem erneut rei√üerisch und einseitig ein Bild der Pflege gezeichnet werden soll, welches von unmenschlichen Zust√§nden und radikalen Gewinnabsichten gepr√§gt ist. Unterst√ľtzung fand dies durch den anwesenden Vertreter einer Nichtregierungsorganisation.

Der dies kritisierenden Stimme der PflegeGesellschaft wurde kurzerhand das Wort abgeschnitten, denn eins war offensichtlich. Neben dem eigenen Vermarktungsinteresse sollte vor allem die versammelte deutsche Polizei und Justiz "scharf" gemacht werden, um der sogenannten "Entsorgungsindustrie Pflege" (Originalton) endlich Herr zu werden.

"Derartige Aktionen zerst√∂ren alle Bem√ľhungen der Pflegeeinrichtungen, Nachwuchs f√ľr diese wichtige Aufgabe zu finden und den aufopferungsvollen Pflegekr√§ften zu der Wertsch√§tzung zu verhelfen, die diese mehr als verdient haben", so Sebastian Rutten, Gesch√§ftsf√ľhrer der PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz.

Die PflegeGesellschaft verurteilt daher diese populistische Instrumentalisierung auf das Sch√§rfste und appelliert an Polizei und Justiz, sich von derartigen Boulevardmethoden nicht in ihrer t√§glichen Arbeit mit Vorurteilen belegen zu lassen. "Kritiker sind herzlich eingeladen, sich abseits eigener Bem√ľhungen um pers√∂nliche Reputation mit den Pflegeeinrichtungen zusammen zu tun, um gemeinsam an einer Verbesserung aller pflegerischen Rahmenbedingungen zu arbeiten, statt einseitig und skandaltr√§chtig die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen", so Rutten weiter.

Pflegeeinrichtungen arbeiten innerhalb eines engen Korsetts aus gesetzlichen Vorschriften und darauf basierenden Vertr√§gen, welche Art um Umfang zu erbringender Pflegeleistungen klar definieren. Entgegen den Vorw√ľrfen sind diese Regeln und Vertr√§ge auch transparent und offen einsehbar.

"Bereits heute erbringen Pflegeeinrichtungen umfassend Leistungen, zu denen sie weder verpflichtet sind, noch diese verg√ľtet bekommen, schlichtweg, weil das Gesetz sie nicht vorsieht, Pflegebed√ľrftige und deren Angeh√∂rige sie aber verst√§ndlicherweise erwarten und auch Pflegekr√§fte sie zu Ihrem Berufsethos z√§hlen. Wir wissen selbstverst√§ndlich, dass es auch in der Pflege kritikw√ľrdige Zwischenf√§lle gibt, diese aber auf ein Stigma f√ľr 1,2 Mio. Mitarbeitende in der Pflege auszuweiten, geht weit √ľber das Ziel hinaus" so Rutten.

Der PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz e.V geh√∂ren neben dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) die f√ľnf Verb√§nde der Freien Wohlfahrtspflege: Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Deutscher Parit√§tischer Wohlfahrtsverband und die Diakonie an. Die Diakonie ist im Vorstand durch Diakoniepfarrer Albrecht B√§hr (Diakonie Pfalz, Sprecher der AG Diakonie in Rheinland-Pfalz) und Barbara Heuerding (Diakonie Hessen) vertreten. Mit rund 345 ambulanten Pflegediensten, die ca. 20.000 Patienten betreuen, und √ľber 450 station√§ren Pflegeeinrichtungen mit ca. 33.000 Pl√§tzen, vertritt die PflegeGesellschaft das Gros der Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz. Um eine qualitativ hochwertige pflegerische Betreuung und Versorgung unserer pflegebed√ľrftigen Menschen k√ľmmern sich mehr als 35.000 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.