24. Februar 2015

Nach nur 14 Monaten Bauzeit wurde gestern das Aenne Wimmers Hospiz der Stiftung kreuznacher diakonie in Simmern offiziell eröffnet. Acht Plätze stehen schwerstkranken Menschen hier zur Verfügung, vier davon sind kurz nach dem Start schon belegt. „Die wohnortnahe Versorgung ist uns ein großes Anliegen“, sagte der Leiter des Aenne Wimmers Hospizes Diakon Bernd Eichenauer. Die nächsten stationären Hospize befanden sich bisher in Bad Kreuznach und Koblenz.

Eichenauer leitet seit sieben Jahren das Eugenie Michels Hospiz in Bad Kreuznach. Die konzeptionelle Arbeit wird er auf Simmern übertragen. „Wir möchten den Menschen so viel Lebensqualität wie möglich bieten und die Würde jedes Einzelnen wahren. Das funktioniert nur, wenn wir auf jeden Bewohner ganz individuell eingehen.“ Angebote wie Musik- und Kunsttherapie, gemeinsames Frühstück oder ein Wohlfühlbad können, müssen aber nicht, genutzt werden. „Außerdem werden die Angehörigen, wenn gewünscht, ganz eng begleitet und eingebunden“, erklärte Eichenauer. 

Ehrenamt als wichtige Stütze

Das Aenne Wimmers Hospiz befindet sich auf 823 Quadratmeter verteilt in der zweiten und dritten Etage des Gesundheitszentrums neben der Hunsrück Klinik. Neben den Bewohnerzimmern und Funktionsräumen wie einem Raum der Stille, einem Gemeinschaftsraum und einem Andachtsraum gibt es eine 142 Quadratmeter große Dachterrasse mit Blick über den Hunsrück. Rund 1,6 Millionen Euro hat die Stiftung kreuznacher diakonie in den Hospizneubau investiert. „Der Standort ist ideal. Wir haben eine direkte Anbindung zur Hunsrück Klinik. Außerdem profitieren wir von unterschiedlichen Arztpraxen im Gesundheitszentrum hier im Haus.“  

Schon seit Jahren gibt es über das Eugenie Michels Hospiz in Bad Kreuznach eine gute Zusammenarbeit mit der ambulanten Hospizgemeinschaft Hunsrück-Simmern. „Wir freuen uns, diese noch zu intensivieren“, sagt Eichenauer. So hat im Oktober beispielsweise eine gemeinsame Fortbildung begonnen, in der ehrenamtliche Hospizhelferinnen und -helfer sowohl für den stationären als auch für den ambulanten Bereich ausgebildet werden. „Die Ehrenamtler sind eine wichtige Stütze. Ohne sie wäre Hospizarbeit in dieser Form nicht möglich“, informierte Eichenauer.  

Benannt nach Diakonisse

Zur Einweihung war auch der Landtagspräsident Joachim Mertes, der vor zwei Jahren die Schirmherrschaft für das Aenne Wimmers Hospiz übernommen hatte, gekommen. „Die Stiftung kreuznacher diakonie hat mit dem Hospiz in Simmern aus christlicher Verantwortung einen Ort geschaffen, um Sterbende in der letzten Phase ihres Lebens zu begleiten“, sagte Mertes in seinem Grußwort.  Auch das Sterben sei ein Teil des Lebens. Auch dieser letzte Teil der Wegstrecke eines Menschen müsse würdevoll beschritten werden können und möglichst viele wertvolle Momente mit Angehörigen und Freunden beinhalten.

Synodalassessor Pfr. Christian Hartung sprach als Vertreter des Kirchenkreises Simmern-Trarbach von einem willkommenen Angebot für die Menschen in der Region: „In Würde das eigene Sterben als den letzten Abschnitt des eigenen Lebens wahrnehmen können – und dies nun noch ein wenig näher zu den vertrauten Lebensbezügen – das wird hoffentlich vielen Menschen in unseren Dörfern und Städten sehr helfen“, so Hartung.

Nach Saarbrücken und Bad Kreuznach ist das Simmerner Haus das dritte stationäre Hospiz in Trägerschaft der Stiftung kreuznacher diakonie. Ein weiteres in Neunkirchen wird folgen.

„In der Weiterentwicklung der Hospizarbeit sehen wir auch zukünftig eine wichtige Aufgabe“, sagte der Theologe im Vorstand der Stiftung kreuznacher diakonie, Pfr. Wolfgang Baumann. Neben einer umsichtigen, aufmerksamen und individuellen Pflege stehe die Palliativmedizin mit einer wirkungsvollen Schmerztherapie und der Linderung quälender Symptome im Vordergrund. Dazu trete eine verständnisvolle und einfühlsame Begleitung.

Benannt ist das Hospiz in Simmern nach der Diakonisse Aenne Wimmers. Sie gehörte von 1933 bis zu ihrem Tod 1993 dem Mutterhaus der Stiftung kreuznacher diakonie an. Der Schwerpunkt ihres Diakonissenlebens war ihre 30-jährige Tätigkeit als Gemeindeschwester in Simmern von 1945 bis 1975. Vorher war sie bereits im Krankenhaus in Simmern tätig. „Viele kennen Schwester Aenne Wimmers vielleicht noch persönlich. Dieser regionale Bezug hat uns dazu bewogen, das Hospiz nach ihr zu benennen“, informierte Baumann.

Statistische Infos:

Bauzeitenplan Hospiz/Gesundheitszentrum:

Spatenstich: Dezember 2013, Richtfest: Mai 2014, erster Bezug von Mietern (Hospiz, Augenarzt): Februar 2015

Quadratmeterzahl:

Die gesamte Mietfläche des Gebäudes beträgt rund 3.070 m².

Das Gebäude besteht aus fünf Ebenen und verfügt neben einem normalen Personenfahrstuhl auch über einen Bettenfahrstuhl.  Auf das Hospiz entfallen rund 823 m² davon 142 m² auf die Terrasse.

Weitere Mieter:

Augenarzt, HNO-Arzt, Zahnarzt, Optiker, Akustiker

Eine Großraumpraxis und eine Apotheke sind noch in Planung.

Kosten:

Die Gesamtkosten für das Gesundheitszentrum und das Hospiz belaufen sich inklusive der äußeren Erschließung auf rund 7 Millionen Euro.

Technik / Energetische Versorgung:

Das Haus ist angeschlossen an das Blockheizkraftwerk der Hunsrück Klinik, besitzt eine Photovoltaikanlage mit 7,5KW und eine zusätzliche Wärmepumpe. Das Gesundheitszentrum ist an das Datenverarbeitungsnetz der Hunsrück Klinik angebunden.