8. Dezember 2014

Die Jahreslosung der Christen für das kommende Jahr lautet: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob“ (Römer 15,7). Das bedeutet: „Seid füreinander da, dient einander, übt tätige Nächstenliebe“. Damit war der Präses des evangelischen Dekanates Wöllstein, Herbert Emrich, zum Auftakt des traditionellen Adventsempfangs in Badenheim mittendrin im Thema: „Für uns Christen ist es wichtig, dass unser Glaube nicht nur in Predigt und Gottesdienst sichtbar wird, sondern auch an praktischer Hilfe für den Nächsten“. Als Referent konnte Präses Emrich Albrecht Bähr, den pfälzischer Landespfarrer für Diakonie und Sprecher der AG Diakonie in Rheinland-Pfalz, begrüßen.

Er sprach zu den Gästen des Adventsempfangs zum Thema „Nehmt einander an - Was geht der Staat die Diakonie an, was geht die Diakonie den Staat an?“. Ein Thema im Hinblick auf Aufnahme von Flüchtlingen und Kirchenasyl, dem sich Kirche und Diakonie, aber auch der Staat gegenüber den großen Menschenmengen an Flüchtlingen zu stellen haben. Ein Thema auch, das im Anschluss für eine lebhafte Diskussion unter den Gästen sorgte.

Bähr schlug den Bogen von der Bibel am Beispiel von Jesu Leben und Handeln - ‘Ich bin unter euch wie ein Diener‘- bis hin zu den ganz praktischen und kleinen Schritten im Alltag. „Wir sind als Kirche und Diakonie immer darauf bedacht, in Form des Einander-Annehmens die Stimme für die Schwachen zu erheben und deutlich zu machen, dass nach unserem Verständnis Flüchtlinge in einem der reichsten Länder der Welt Aufnahme und gute Versorgung bekommen müssen“, so der Landespfarrer. Um das aber glaubwürdig zu machen, müssten wir auch hie und da über unseren Schatten springen und Mittel zur Verfügung stellen, die zur Linderung der Not betragen, mahnte Bähr. Dazu gehörten neben Bereitstellung von Wohnraum und Beratungsangeboten ebenso  das Willkommen-Heißen in den Gemeinden, auch wenn es dabei gelegentlich Barrieren im Kopf zu überwinden gelte.

Der Staat habe zwar erkannt, dass Kirche im Bereich der Flüchtlinge aufgrund ihrer bundesweiten Vernetzung unverzichtbarer Partner bei der Bewältigung der Probleme ist. „Klar ist aber auch, dass wir als Kirche und Diakonie zumindest eine moralische oder eine aus dem Evangelium herausgeleitete Pflicht haben, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass diese Menschen bei uns Hilfe und Unterstützung bekommen“, unterstrich Pfarrer Albrecht Bähr noch einmal die biblische Aufforderung „Nehmt einander an, gleichwie Christus euch angenommen hat“.

Mit einem Segen beschloss Präses Herbert Emrich den offiziellen Teil des Adventsempfangs. Im Anschluss kamen die Gäste in lockerer Runde über „Gott und die Welt“ ins Gespräch.

Foto (von links): Dekanin Monika Reubold, Landespfarrer Albrecht Bähr und Präses Herbert Emrich

Text und Foto: Luise Botler