16. September 2014

Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. am 16.09.2014 in Mainz

Wichtige Themen müssen mit wichtigen Experten diskutiert werden – so ungefähr kann man den Ansatz beschreiben, unter dem Herr Dr. Werner Schwartz, Vorsitzender des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser Rheinland-Pfalz/Saarland e.V., zur diesjährigen Mitgliederversammlung eingeladen hatte.

Das „Lineup“ war auch in der Tat beeindruckend: Herr Dr. Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung Essen, Frau Christiane Berg, Leiterin des Referates Krankenhausinvestitionen des MSAGD Rheinland-Pfalz, Herr Pfarrer Albrecht Bähr, Sprecher der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft der Diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz und Herr Uli Sextro, Landesweiter Referent für Migration und Flucht  der Arbeitsgemeinschaft Diakonie RLP, standen auf der Rednerliste.

Herr Dr. Augurzky wies in seinem Vortrag auf die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage der Krankenhäuser hin, die ihren Ausdruck finde in sinkenden Umsatzrenditen und einem hohen Anteil von Krankenhäusern mit Jahresverlust in den Ländern Rheinland-Pfalz und Saarland. Nach seiner Auffassung sind viele Krankenhäuser unterkapitalisiert: den jährlichen bundesweiten Investitionsbedarf bezifferte der Essener Wirtschaftsexperte auf rd. 5,4 Milliarden Euro - die Bundesländer würden aber nur 2,7 Milliarden Euro leisten, mithin fehle Jahr für Jahr den Krankenhäuser 2,7 Milliarden Euro. Sein Fazit: eine finanzielle Unterstützung der Krankenhäuser durch Bund und Länder ist aufgrund der gestiegenen Steuereinnahmen möglich und nötig.

Auch Frau Berg vom Mainzer Gesundheitsministerium musste zugegen, angesichts knapper Haushaltsmittel des Landes nicht aus dem Vollen schöpfen zu können. Sie berechnete einen jährlichen Investitionsbedarf für die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz in Höhe von rd. 115 Millionen Euro, dem aber nur 63 Millionen Euro per Einzelförderung vom Land gegenübergestellt würden. Die vorhandenen Mittel müssten daher möglichst gerecht auf die Krankenhäuser verteilt werden.

Im Jahre 2013 wurden bundesweit 110.000 Asylanträge gestellt; rd. ein Drittel dieser Anträge werden abgelehnt, 10.200 Hilfesuchende wurden aus Deutschland ausgewiesen. Dabei gibt es auch – wenn auch selten – Fälle, wo die Abschiebung aus dem Krankenhaus erfolgen soll. Eine ungewohnte Situation, bei der Ärzte und Pflegekräfte vor schwierigen moralischen und berufsethischen Fragen stehen.

Herr Uli Sextro, landesweiter Referent für Flucht und Migration der Arbeitsgemeinschaft der Diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz hat zusammen mit einer kleinen Arbeitsgruppe Handlungshinweise erarbeitet, die er den Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedskrankenhäuser vorstellte. Wichtig sei dabei ein guter Kontakt zwischen dem Krankenhaus und den Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen.