21. Juli 2014

Mit einem informativen und unterhaltsamen Programm pr√§sentierte sich die Diakonie am Wochenende den Besuchern auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Neuwied.Drei Tage lang standen auf der Diakonie-B√ľhne Interviews mit rheinland-pf√§lzischen Spitzenpolitikern und zahlreiche Auftritte kirchlicher Gruppen im Mittelpunkt. Die Pr√§sentation auf der "Kirchenmeile" beim Landesfest hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Neuwied unter dem Motto "Unter einem Himmel" gestaltet, das Diakonische Werk Neuwied sorgte f√ľr ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm.

Landesdiakoniepfarrer Albrecht B√§hr konnte auf der "Blauen Couch" fast das gesamte rheinland-pf√§lzische Kabinett sowie die Ministerpr√§sidentin Malu Dreyer begr√ľ√üen. Auch die Mainzer Oppositionsf√ľhrerin Julia Kl√∂ckner, Oberb√ľrgermeister Nikolaus Roth und Landrat Rainer Kaul nahmen sich Zeit f√ľr die Fragen des Landespfarrers. In einer gemeinsamen Gespr√§chsrunde diskutierten der rheinische Oberkirchenrat Christoph Pistorius und der Trierer Weihbischof J√∂rg Michael Peters mit B√§hr u.a. √ľber aktuelle kirchliche Fragen.

Ministerpr√§sidentin Malu Dreyer bezeichnete Rheinland-Pfalz als "Weltmeister beim Ehrenamt". √úber 1,4 Millionen B√ľrgerinnen und B√ľrger seien ehrenamtlich aktiv. "Das sind 1,4 Millionen Gl√ľcksf√§lle", so die Ministerpr√§sidentin, "das ist ein gro√üer Schatz".

Ein guter Kontakt zu den Kirchen im Land sei ihr pers√∂nlich sehr wichtig, so Dreyer im Gespr√§ch mit Pfarrer B√§hr. Rheinland-Pfalz sei eines der ersten Bundesl√§nder gewesen, das sich f√ľr einen einmaligen Feiertag zum Reformationsjubil√§um 2017 ausgesprochen habe.

Die Ministerpr√§sidentin, die als Katholikin engagiert ist, w√ľnschte sich abschlie√üend, die beiden gro√üen christlichen Konfessionen sollten mehr √ľber das Gemeinsame als √ľber Trennendes sprechen. "Ich w√ľnsche mir, dass es mit der √Ėkumene schnell vorangeht" sagte Malu Dreyer.

Oppositionsf√ľhrerin Julia Kl√∂ckner wies darauf hin, dass das Jubil√§um der Reformation die Blicke der ganzen Welt auf Deutschland richten w√ľrde. Frau Kl√∂ckner, die sich ebenfalls in der katholischen Kirche engagiert, verriet im Interview mit Albrecht B√§hr, dass ihr an der protestantischen Kirche "das Liedgut und das Prinzip des Pfarrhauses als Familie" gut gefalle.

Die Mainzer CDU-Politikerin mahnte eine sparsame Politik an, um u.a. Geld f√ľr soziale Zwecke verwenden zu k√∂nnen. "Das Geld, das der N√ľrburgring verschlungen hat, h√§tte ich lieber in Inklusion und die Schulen gegeben" sagte Julia Kl√∂ckner.

Sechs Ministerinnen und Minister der rheinland-pf√§lzischen Landesregierung standen Landespfarrer Albrecht B√§hr auf der "Blauen Couch" Rede und Antwort. In den zum Teil sehr pers√∂nlichen Interviews gaben sie Auskunft √ľber ihre pers√∂nlichen Motive, Politik zu machen und √ľber ihre Vorstellungen eines Miteinanders in der Gesellschaft.

Neuwieds Oberb√ľrgermeister Nikolaus Roth betonte die Tradition "von Toleranz und Achtung in der Stadt". Im 17. Jahrhundert herrschte in Neuwied dank eines f√ľrstlichen Dekrets Religionsfreiheit. Rainer Kaul, der Landrat des Kreises Neuwied, zeigte sich begeistert √ľber die Stimmung auf dem Landesfest.

Neben den schon traditionellen Gespr√§chen auf der "Blauen Couch" sorgten zahlreiche kirchliche Gruppen auf der B√ľhne f√ľr abwechslungsreiche Unterhaltung. Auf dem Programm, das das Diakonische Werk Neuwied auf die Beine gestellt hatte, standen u.a. Ch√∂re, Artistik und Bands. Eine t√§gliche Andacht mit Liedern aus Taiz√© rundete die drei Tage auf der Diakonie-B√ľhne ab.

Die "Kirchenmeile" direkt am Historischen Rathaus hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Neuwied organisiert. Neben einem Infozelt hatten die Helferinnen und Helfer eine "Oase" zum Ausruhen eingerichtet.

Neben den Kirchen präsentierten sich zahlreiche Gruppen auf einer "Selbsthilfemeile" und kamen mit den Besuchern des Landesfestes ins Gespräch.