3. Juli 2014

Am kommenden Freitag berät der Bundestag über das 1. Pflegestärkungsgesetz. Das Gesetz zielt auf sogenannte niedrigschwellige Angebote ab, die durch niedrig qualifizierte und bezahlte Kräfte oder Ehrenamtliche zusätzlich zur professionellen Pflege und Betreuung erbracht werden sollen. Die Mitarbeitenden in den ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen warten unterdessen vergeblich auf dringend erforderliche Verbesserungen.

Pfarrer Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie RWL, kritisiert:„Sie erleben eine enorme Arbeitsverdichtung und gleichen damit das Versäumnis der Politik aus, die Leistungen an die steigenden Pflegebedarfe anzugleichen. Sie können nur noch darauf hoffen, dass das 2. Pflegestärkungsgesetz, mit dem der neue Pflegebegriff 2017 eingeführt werden soll, mehr Kolleginnen und Kollegen bringt.“ Nach Auffassung der Diakonie sind die dringend nötig, „weil viele Aufgaben zum Beispiel in der Pflege und Betreuung von Menschen mit schwerer Demenz oder der Begleitung von sterbenden Menschen einfach Profis erfordern“, so Heine-Göttelmann.

Die derzeit laufenden Studien zur Einführung des neuen Pflegebegriffs lassen allerdings Gegenteiliges erahnen. Eine Studie dient der praktischen Erprobung der Instrumente und Verfahren, eine andere erfasst die Versorgungsaufwände in stationären Einrichtungen. Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL, befürchtet: „Wenn die Versorgungsaufwände unter den heutigen unzureichenden finanziellen Rahmenbedingungen einfach nur auf den neuen Pflegebegriff übertragen werden, haben weder die pflegebedürftigen Menschen noch die Mitarbeitenden in den Einrichtungen etwas gewonnen. Sachgerecht wäre, die Bedarfe nach den Maßgaben des neuen Pflegebegriffs zu erheben und zu sehen, wie die Versorgung am besten organisiert werden kann.“