3. Juni 2014

„Der vom Kabinett jetzt beschlossene Gesetzentwurf zur Umsetzung der ersten Stufe der Pflegereform, schafft für die pflegebedürftigen Menschen neue Optionen für den Verbleib in ihrer Häuslichkeit. In den stationären Einrichtungen dürfen sich die Pflegebedürftigen über mehr Betreuungs- und Aktivierungsangebote freuen. Das ist gut und begrüßenswert“, sagt der Sprecher der Diakonie Rheinland-Pfalz Albrecht Bähr. Das Problem dabei sei die Niedrigschwelligkeit der Angebote. Das bedeutet: Sie müssen ohne Fachkräfte organisiert und zusätzlich zur regulären Pflege und Betreuung erbracht werden. „Die Arbeit der Pflegekräfte wird dadurch also nicht weniger und sie müssen weiter auf dringende Verbesserungen warten“, betont Bähr. Nach den Berechnungen der Diakonie besteht hier mittlerweile eine Unterdeckung von 25 Prozent.



Im ambulanten Bereich sieht es nach Einschätzung der Diakonie nicht anders aus: „Auch dort werden neue niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote geschaffen, die unabhängig von der regulären ambulanten Pflege organisiert werden müssen. Die Pflegenden in den ambulanten Diensten müssen unterdessen weiter Akkord arbeiten. Für die Mitarbeitenden in den Einrichtungen und Diensten ist das Gesetz eine Mogelpackung“, bringt es Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, auf den Punkt. Allenfalls die geplante zweite Stufe der Pflegereform, mit der 2017 der neue Pflegebegriff eingeführt werden soll, könne das noch korrigieren. Christian Heine-Göttelmann, Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe: „Wenn am Ende nichts für die Pflegekräfte rauskommt, ist die Reform gescheitert. Sie brauchen dringend mehr Kolleginnen und Kollegen.“ Darüber hinaus kritisiert die Diakonie, dass Leistungen der hauswirtschaftlichen Versorgung, die heute die Pflegedienste erbringen, auch in den niedrigschwelligen Sektor verlagert werden sollen.