28. Mai 2014

Die stationären Pflegeeinrichtungen im Saarland werden künftig rund zehn Prozent mehr Personal beschäftigen. Darauf haben sich die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG), die Kassen und Sozialhilfeträger geeinigt. In den Verhandlungen für einen neuen Rahmenvertrag wurde eine deutliche Verbesserung für die Personal-Mindestausstattung vereinbart.

„Dies ist ein gutes Ergebnis für die Pflege im Saarland“, sagt Harald Kilian, Vorsitzender und Verhandlungsführer der SPG. „Wir hoffen nun sehr, dass die anstehende Pflegereform des Bundes weitere nachhaltige finanzielle Entlastungen für die pflegebedürftigen Menschen in Pflegeheimen mit sich bringt.“

Er dankte den Vertragspartner für die konstruktive Haltung, die nach ersten Anlaufschwierigkeiten die Verhandlung geprägt hätten. Die Pflegekassen brachten sich mit eigenen Vorschlägen ein, die Landkreise tragen das Ergebnis trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit, so Kilian.

Durch den neuen Rahmenvertrag werden vor allem die Mindest-Personalschlüssel in den Einrichtungen angehoben, die viele Seniorinnen und Senioren in den Pflegestufen 0 und 1 betreuen.
Sie waren bisher deutlich unterpersonalisiert. Die Verbesserung beträgt im Schnitt 10,1 Prozent, die Pflegegesellschaft hatte
11 Prozent gefordert.

Die SPG weist auf die hohe Verbindlichkeit der getroffenen Vereinbarung hin. Ab 1.Oktober dieses Jahres können die Pflegeeinrichtungen die Mindest-Personalisierung umsetzen, ab 1.Januar 2017 müssen die Pflegeheime die Mindest-Personalisierung vorhalten. Sowohl die Heimaufsicht als auch die Medizinischen Dienste würden dies engmaschig überprüfen.

„Wir werden uns jetzt ganz auf den Aspekt der qualitativen Verbesserung der Pflege konzentrieren“, betont Vorsitzender Kilian. Hier gelte es insbesondere die Aus-, Fort- und Weiterbildung weiterzuentwickeln, aber auch den weiteren Ausbau einer gemeinwesenorientierten  und kleinräumigen Pflegeinfrastruktur in den Fokus zu nehmen.

Die Saarländische Pflegegesellschaft vertritt im Saarland alle stationären und teilstationären Altenhilfeeinrichtungen, alle ambulanten Dienste der Wohlfahrtsverbände (Sozialstationen) sowie mehr als 90 Prozent der privat-gewerblichen Pflegedienste. Insgesamt betreuen die 10 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 250 Einrichtungen an die 20 000 Menschen im Saarland.

Internet: www.saarlaendische-pflegegesellschaft.de