6. Dezember 2013

Als Pionier bei der Beratung behinderter und psychisch kranker Menschen bei Problemen am Arbeitsplatz sowie von deren Arbeitgebern hat sich die Evangelische Heimstiftung Pfalz 30 Jahre lang mit ihrem Berufsbegleitenden Dienst sehr erfolgreich und in anerkannt hoher Qualit├Ąt f├╝r den Erhalt von Arbeitspl├Ątzen behinderter Menschen eingesetzt. Im Jahr 2012 hatte das Land Rheinland-Pfalz dann entschieden, das Hilfsangebot erstmals ├Âffentlich auszuschreiben und an den wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben. Den Zuschlag erhalten hat nun die Bietergemeinschaft von zwei privaten Anbietern.

Betroffen von der Entscheidung des Landes sind die Berufsbegleitenden Dienste f├╝r die St├Ądte bzw. Landkreise Bad D├╝rkheim, Frankenthal, Landau, Germersheim, S├╝dliche Weinstra├če, Ludwigshafen, Neustadt an der Weinstra├če, Speyer und den Rhein-Pfalz-Kreis. Finanziert wird der BBD ├╝ber das Integrationsamt des Landesamtes f├╝r Soziales, Jugend und Versorgung Rheinland-Pfalz aus Mitteln der Ausgleichsabgabe. Ob eine ├Âffentliche Ausschreibung der Leistung ├╝berhaupt erforderlich sei, war auf Seiten des Landes lange umstritten. Hatte es zun├Ąchst gehei├čen,┬á eine ├Âffentliche Ausschreibung der offiziell bereits zum 31. 12. 2012 ausgelaufenen Vertr├Ąge sei nicht erforderlich, hatte man sich im Sommer 2012 dann doch f├╝r eine ├Âffentliche Ausschreibung entschieden. Anders als nach der im Juli 2013 von der Bundesregierung beschlossenen neuen Vergabeordnung m├Âglich hatte dabei die bisher geleistete Qualit├Ąt der Anbieter keinen Einfluss auf die Auftragsvergabe.

Fast 750 Menschen hat der BBD der Evangelischen Heimstiftung Pfalz in dem k├╝nftig wegfallenden Gebiet allein 2012 betreut. Damit lag er um 80% ├╝ber den Vorgaben des Integrationsamtes. Au├čerdem pflegte er Kontakte zu 300 bis 400 Betrieben, f├╝r die zus├Ątzlich zum Beratungsangebot auch regelm├Ą├čig Fachtage zu aktuellen Themen rund um Arbeit, Gesundheit und Behinderung angeboten wurden. In den alle drei Jahre durchgef├╝hrten Nutzerbefragungen stellten sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber dem BBD regelm├Ą├čig ein sehr gutes Zeugnis aus. F├╝r die Beratungst├Ątigkeit zust├Ąndig waren bei der Evangelischen Heimstiftung Pfalz ausschlie├člich qualifizierte Fachkr├Ąfte. Bei deren Bezahlung richtet sich die Evangelische Heimstiftung Pfalz nach dem Tarifvertrag des ├Âffentlichen Dienstes f├╝r die Besch├Ąftigten der L├Ąnder, nach dem auch das Land Rheinland-Pfalz seine Mitarbeitenden entlohnt. In der Ausschreibung war lediglich ein Mindestlohn von 8,50 ÔéČ pro Fachkraftstunde gefordert worden.

Allein in den letzten f├╝nf Jahren war die Zahl der Betreuten um rund 20 Prozent gestiegen. Das Budget f├╝r den BBD hatte das Landesamt in den letzten 12 Jahren nicht erh├Âht. Ebenso wenig Ber├╝cksichtigung bei der Finanzierung fand die Mehrleistung an Betreuungsf├Ąllen, die der BBD regelm├Ą├čig erbrachte. ÔÇ×Wir haben das trotzdem immer gemacht und weder Hilfesuchende weggeschickt noch Wartelisten gef├╝hrtÔÇť, so Einrichtungsleiter J├╝rgen Freund. ÔÇ×Das h├Ątte nicht zu unserer Philosophie gepasst und so eine Praxis w├Ąre nicht als hilfreich erlebt worden.ÔÇť

Weitere Einsparungen, so der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Evangelischen Heimstiftung Pfalz, Joachim Scheib, seien jetzt nicht mehr m├Âglich gewesen. Eine betriebsbedingte K├╝ndigung der 8 von der Schlie├čung des BBD betroffenen Mitarbeiter ist f├╝r Scheib kein Thema. ÔÇ×Wir wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf jeden Fall halten. Sie sind fachlich hoch qualifiziert und haben oft ├╝ber Jahre hin sehr engagierte und qualitativ hochwertige Arbeit geleistet,ÔÇť so der Gesch├Ąftsf├╝hrer. Man werde daher allen Mitarbeitern eine Stelle in einer anderen Einrichtung der Evangelischen Heimstiftung Pfalz anbieten.

Wer bisher vom BBD der Evangelischen Heimstiftung Pfalz betreut wurde, ist von dort in einem pers├Ânlichen Schreiben informiert worden, wer ab dem 1. Januar 2014 f├╝r seine Betreuung zust├Ąndig ist. In Kirchheimbolanden und dem Donnersbergkreis wird weiter die Evangelische Heimstiftung Pfalz die Betreuung ├╝bernehmen. Der dortige Berufsbegleitende Dienst ist von der jetzigen Vergabeentscheidung des Landes nicht betroffen. Nicht betroffen sind au├čerdem der Fachvermittlungsdienst f├╝r Menschen mit Behinderung, den die Evangelische Heimstiftung Pfalz auch weiterhin f├╝r Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis sowie f├╝r Kirchheimbolanden und den Donnersbergkreis anbieten wird. Ebenso fortgesetzt werden kann die Unterst├╝tzung an F├Ârderschulen in Ludwigshafen und im Donnersbergkreis im Rahmen des Projekts ÔÇ×├ťbergang Schule-BerufÔÇť

(Pressemitteilung der Evangelischen Heimstiftung Pfalz)