30. September 2013

Als einen glühenden Verfechter des Sozialstaatsprinzips hat Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, den am vergangenen Donnerstag im Alter von 91 Jahren verstorbenen ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht Helmut Simon gewürdigt. "Wer wenig im Leben hat, muss viel im Recht haben", das sei sein Wahlspruch gewesen, erinnert sich Gern. „In der EKD-Synode, im Weltkirchenrat und als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages war er für uns ein sozialethisches Vorbild und väterlicher Ansprechpartner, vor allem in den sozialen Bewegungen und in der Friedensbewegung“, so Gern weiter. Umso glücklicher seien Bähr, der Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz als auch Gern gewesen, dass er dem Diakoniepreis in Rheinland-Pfalz seinen großen Namen gegeben habe. Aber nicht nur dies sei bemerkenswert - er habe die Auswahl unserer Preisträger leidenschaftlich verfolgt und zweimal mit seiner Frau an der Preisverleihung in der Staatskanzlei in Mainz teilgenommen, zuletzt im November 2012, so Gern abschließend.

Der Helmut-Simon-Preis wird seit 2006 von der Diakonie Hessen, dem Diakonischen Werk Rheinland-Westfalen-Lippe und dem Diakonischen Werk der Pfalz an Einrichtungen in Rheinland-Pfalz verliehen, die sich für die Überwindung von Armut im Bundesland einsetzen. Mit diesem Preis wollen die Diakonischen Werke Mut machen, kreativ, sensibel und solidarisch gegen Armut vorzugehen. Die nächste Verleihung findet im November 2014 in Mainz statt.

Der 1922 geborene Helmut Simon begann im Mai 1953 seine richterliche Tätigkeit am Landgericht in Düsseldorf. Von dort wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Bundesgerichtshof abgeordnet. Anschließend erfolgte die Ernennung zum Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf. Im Jahr 1965 wurde Helmut Simon zum Richter am Bundesgerichtshof gewählt, im Juni 1970 erfolgte die Ernennung zum Richter des Bundesverfassungsgerichts im Ersten Senat. Diesem gehörte er – nach Wiederwahl im September 1975 – bis zum Eintritt in den Ruhestand im November 1987 an. Neben seiner richterlichen Tätigkeit war Helmut Simon in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich und kirchlich engagiert. So war er von 1970 bis 1995 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Als Präsident stand er diesem von 1975 bis 1977 und von 1987 bis 1989 vor.