4. Juli 2013

Foto: vorne (von links): Dr. Wolfgang Gern, Horst Rühl; hinten (von links): Karl Peter Bruch, Dr. Harald Clausen, Wilfried Knapp, Joachim BertelmannDie Diakonie Hessen ist unter Dach und Fach. Mit ihren Unterschriften besiegelten die vier Vorstände der Diakonischen Werke in Hessen und Nassau und in Kurhessen-Waldeck im Beisein zweier Juristen die Fusion der beiden Verbände zur Diakonie Hessen, deren vierköpfigen Vorstand sie künftig bilden. An der Spitze des neuen Landesverbandes steht künftig Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, bisher DWHN-Vorstandsvorsitzender.
Den Vorstand komplettieren Dr. Harald Clausen, bisher Direktor des DWKW und zukünftig juristischer Vorstand, Landeskirchenrat Horst Rühl, bisher DWKW-Vorstandsvorsitzender und künftig theologischer Vorstand der neuen Diakonie Hessen, sowie Wilfried Knapp, bisher DWHN-Vorstand Personal, Organisation und Finanzen, und künftig kaufmännischer Vorstand.



„Diakonie Hessen steht für Parteilichkeit und Lobbyarbeit – Diakonisches Zeugnis in den Regionen stärken“
Vorstandsvorsitzender Dr. Gern sprach anlässlich der Unterzeichnung in der Gießener Kongresshalle von einer „Fusion kreativen Weitblicks und des freien Gestaltungsspielraums“. Die Fusion solle dazu beitragen, das diakonische Zeugnis in den Regionen zu stärken – von der Gemeinde bis zu den großen diakonischen Trägern, von den Diakoniestationen bis zu den regionalen Diakonischen Werken, so Gern. Die politisch Verantwortlichen sollten wissen, dass sie nicht nur mit den Dienstleistungen der Diakonie rechnen müssten, sagte der Vorstandsvorsitzende: „Die Diakonie Hessen steht für eindeutige Parteilichkeit und Lobbyarbeit – in der Migrationspolitik und der Armutsbekämpfung, in der Pflegefinanzierung und der Gleichstellung der Menschen mit Handicap. Die Diakonie Hessen wird dafür einstehen, dass Sozialrechte und Menschenrechte einklagbar sind. Das Profil der Diakonie ist es gerade, die Spannung zwischen politischen Vorgaben, ökonomischen Zwängen und diakonischen Überzeugungen aufzuarbeiten“, so Gern.
Gern und Rühl sagten unisono: „Wir sind dankbar, dass der Fusionsprozess nun zu seinem guten Abschluss gekommen ist. Dieser Dank gilt allen, die uns dabei begleitet und gestärkt haben. Die Diakonie Hessen wird sich als großer Verband deutlich hörbar in unserer Gesellschaft zu Wort melden und sich für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit stark machen. Professionelle Nächstenliebe und engagierter Einsatz für die Menschen, die an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt wurden: Dies steht im Fokus der Diakonie Hessen.“

„Fachliche Stärke und breite professionelle Kompetenz“
Rühl wies darauf hin, dass die Diakonie Hessen ein noch stärkerer sozialpolitischer Impulsgeber und Gesprächs- und Verhandlungspartner sein werde. „Unsere Gesprächspartner finden an uns ein Gegenüber mit zunehmender fachlicher Stärke und einer breiten professionellen Kompetenz. Wir werden uns weiterhin, aber mit mehr Gewicht, für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen.  Wir werden Synergien nutzen, freiwerdende Ressourcen für Innovationen einsetzen und das diakonische Profil in der regionalen und inhaltlichen Arbeit auf allen Feldern schärfen. Das ist der Gewinn der Fusion – für unsere Mitglieder und vor allem für die Menschen, die auf unser Engagement angewiesen sind“, sagte Rühl.
Den Vorsitz im Aufsichtsrat der Diakonie Hessen wird Pfarrer Joachim Bertelmann übernehmen, bisher Vorsitzender der DWKW-Mitgliederversammlung. Vorsitzender der neuen Mitgliederversammlung wird der frühere Vorsitzende der DWHN-Hauptversammlung und langjährige rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch (SPD) sein.

Fusion ist mit Eintragung ins Vereinsregister vollzogen
Die Fusion ist mit der noch im Sommer erwarteten Eintragung in das Vereinsregister vollzogen. Sie ist ab diesem Zeitpunkt rückwirkend zum 1. Januar 2013 gültig. Bereits seit Januar arbeiten beide Verbände in den neuen Organisationsstrukturen. Die Landesgeschäftsstelle des neuen Verbandes ist in Frankfurt am Main, außerdem gibt es den Standort in Kassel. Die Fusion wird am 30. August 2013 mit einem Festakt in Frankfurt am Main gefeiert.

Haupt- und Mitgliederversammlung des DWHN und DWKW hatten Fusion am Vormittag beschlossen
Vor der Unterzeichnung des Fusionsvertrags hatten die „Parlamente“ beider Verbände, die Hauptversammlung des DWHN und die Mitgliederversammlung des DWKW, satzungsgemäß in eigenen Sitzungen die Fusion beschlossen. Dies war am Vormittag geschehen, die Sitzungen hatten noch in getrennten Räumen stattgefunden. Die erste gemeinsame Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen wird am 15. November in der Stadthalle Oberursel sein.



Stichworte:

1. DWHN-Hauptversammlung und DWKW-Mitgliederversammlung
Die DWHN-Hauptversammlung und die DWKW-Mitgliederversammlung sind die in der Regel einmal im Jahr tagenden „Parlamente" der beiden evangelischen Wohlfahrtsverbände auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und in Kurhessen-Waldeck, also in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden. Unter anderem nehmen die Versammlungen die Rechenschaftsberichte der Vorstände und des Hauptausschusses beziehungsweise des Verwaltungsrats entgegen, genehmigen die Feststellungen der Jahresrechnung und wählen aus ihrer Mitte Personen in den Hauptausschuss beziehungsweise in den Verwaltungsrat. Die beiden obersten Organe der an der Verschmelzung beteiligten Verbände sind zuständig für Verschmelzungsbeschluss und Satzungsneufassung.
Die Absicht, die Fusion endgültig in die Wege zu leiten, haben die beiden Versammlungen im Februar und März des vergangenen Jahres getroffen. Erste Gespräche und richtungsweisende Entscheidungen für eine Fusion fielen in Diakonie und Kirche jedoch bereits im Jahr 2006.
 
2. Aus dem DWHN und dem DWKW wird die Diakonie Hessen
Der Name des aus dem DWHN und DWKW fusionierten Verbandes ist Diakonie Hessen – Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V. sein. Dem neuen Verband werden nach derzeitigem Stand insgesamt 382 Rechtsträger mit 738 Einrichtungen/ ambulanten Diensten angehören,  34.500 hauptamtliche Mitarbeitende werden bei den Mitgliedern der Diakonie Hessen insgesamt beschäftigt sein.
Die Diakonie Hessen ist der soziale Dienst der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck und wird – wie das DWHN und das DWKW bislang auch – in Hessen, Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig sein.
Die Fusion ist nach der Unterzeichnung des Fusionsvertrags am 4. Juli mit der anschließenden, im Sommer erwarteten Eintragung in das Vereinsregister vollzogen. Sie ist ab diesem Zeitpunkt rückwirkend zum 1. Januar 2013 gültig. Bereits seit Januar arbeiten beide Verbände in den neuen Organisationsstrukturen. Die Landesgeschäftsstelle des neuen Verbandes ist in Frankfurt am Main, außerdem gibt es den Standort in Kassel.
Wichtige Termine auf dem Weg zur Fusion waren zunächst die Tagungen der Synoden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Ende November 2012. Dort wurde über die Kirchengesetze, das Mitarbeiter-vertretungsgesetz und das Arbeitsrechtsregelungsgesetz für die Diakonie Hessen in zweiter und dritter Lesung befunden, der Verschmelzungsvertrag wurde zur Kenntnis genommen. Im Frühjahr 2013 schließlich haben beide Synoden ihre Zustimmung zur Satzung des neuen Werkes gegeben.
Die Fusion wird am 30. August 2013 mit einem Festakt in Frankfurt am Main gefeiert.
Die Nutzung von Synergieeffekten, der Einsatz frei werdender Ressourcen für innovatives Handeln und das Ziel, das diakonische Zeugnis in den Regionen in allen Arbeitsfeldern und
-bereichen der Diakonie zu stärken, stehen im Fokus der Fusion.