1. Juli 2013

Prof. Dr. Uwe BeckerDie Studie des Instituts fßr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bestätigt, was seit langer Zeit bereits aus anderen Studien bekannt ist. Fast fßnf Millionen Menschen in Deutschland verzichten auf Hartz-IV-Leistungen, und zwar ßberwiegend aus Scham. Das sind mehr als ein Drittel der Anspruchsberechtigten.



"Das darf nicht verwundern, denn für viele ist der Gang zur Arbeitsagentur ein Kreuzgang der Demütigung", erklärt dazu Professor Dr. Uwe Becker, Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Beratungsstellen der Diakonie erfahren täglich, wie Menschen trotz großer Armut vom Hartz-IV-Bezug zurückschrecken.

Becker verwies darauf, dass die Betroffenen auch aus der Politik immer wieder als "Schmarotzer der Nation"  geschmäht werden. Die Inanspruchnahme von Sozialleistungen erscheine vielen inzwischen als der letzte Schritt ins
soziale Abseits. "In diesem Sozial-Raum der Scham leben Millionen, die unentdeckt bleiben und sich so wenigstens den Rest der Selbstachtung nicht nehmen lassen wollen. Das aber beschämt auch einen Staat, in dem
Arbeitslosigkeit nicht selten als selbstverschuldete Misere gebrandmarkt wird", erklärte Becker.

Weitere Informationen und Dokumente: www.diakonie-rwl.de/hartz4