18. Juni 2013

Mit deutlichen Worten kritisierte der Chef der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA), Frank JĂŒrgen Weise, die in einigen Branchen verbreitete Praxis subventionierter Billiglöhne. Es sei fĂŒr ihn nicht akzeptabel, wenn „Arbeitgeber das Aufstocken zum GeschĂ€ftsmodell machen“, sagte BA-Chef Weise in einem Interview.

„Solche Worte aus dem Mund des BA-Chefs sollten allen Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu denken geben. Wir erleben in unseren Beratungsstellen seit Jahren tĂ€glich die Schattenseiten des sogenannten Jobwunders. NĂ€mlich betroffene Arbeitnehmer, die mit ihrem dĂŒrftigen Einkommen kein Auskommen haben“, sagt Diakoniepfarrer Albrecht BĂ€hr. Immer mehr Menschen suchten bei der Diakonie UnterstĂŒtzung und Hilfe. „Und das, obwohl sie einer geregelten Arbeit nachgehen und ĂŒber Einkommen verfĂŒgen. Aber das Einkommen reicht oft vorn und hinten nicht. Extra-Ausgaben, etwa fĂŒr neue HaushaltsgerĂ€te oder Schulbedarf,  stellen diese Familien vor unlösbare Probleme.“  

Bei der Diakonie könne man sich nicht ĂŒber ein Jobwunder freuen, das Tafeln, Kindermittagstische und Kleiderkammern aus dem Boden schießen lĂ€sst.