29. Mai 2013

„Die Diakonie Deutschland fordert die Bundesregierung auf, auch Asylsuchenden und geduldeten Menschen den ungehinderten Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, sagt der Landespfarrer für Diakonie Albrecht Bähr.  „Wir unterstützen in der Pfalz die Forderung, dass Menschen, die hier leben, auch bei uns  arbeiten dürfen. Angesichts des Fachkräftemangels müssen die Qualifikationen, die Asylsuchende und geduldete Menschen mitbringen, anerkannt werden“ sagt Bähr weiter. Zugewanderte müssten auf dem Arbeitsmarkt eine Chance erhalten.

Zurzeit unterliegen Asylsuchende und geduldete Menschen im ersten Jahr einem Arbeitsverbot. Weitere drei Jahre lang haben sie nur einen nachrangigen Arbeitsmarktzugang. In strukturschwachen Regionen wirkt sich dies wie ein Arbeitsverbot aus, so werden sie zu Langzeitarbeitslosen gemacht.

Die Diakonie Pfalz informiert in ihren Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen Flüchtlinge und Eingewanderte in Fragen der Existenzsicherung, Arbeitssuche, Aus- und Weiterbildung, Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse, Wohnungssuche sowie familiären und gesundheitlichen Problemen. Die Beratungsstellen arbeiten eng mit örtlichen Behörden, Arbeitsagenturen, Bildungsträgern und Migrantenorganisationen zusammen. Zusammen mit Aktionsbündnissen vor Ort entwickelt die Diakonie lokale Projekte und unterstützt die Teilhabe und das Teilwerden von Menschen, die aus dem Ausland kommen, darunter Flüchtlinge, Arbeitsmigranten und Spätaussiedler. Sie fördert die Begegnung mit Einheimischen, ermöglicht das gegenseitige Kennenlernen und erleichtert das Verständnis für die jeweils anderen.  

In der Pfalz suchten im Jahr 2012 rund 10 000 Menschen mit Migrationshintergrund Rat und Hilfe bei Kirche und Diakonie.

Anlass für die Forderung der Diakonie ist der sechste Integrationsgipfel, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel Zugewanderte und Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kirchen eingeladen hat. Ein Schwerpunkt des Treffens ist die Integration von Migranten in den deutschen Arbeitsmarkt.