5. Dezember 2012

Die Diakonie Deutschland und die Diakonie Katastrophenhilfe fordern anlĂ€sslich der Innenministerkonferenz in Rostock die Minister von Bund und LĂ€ndern auf, angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien ihre Anstrengungen um humanitĂ€re Hilfe in der BĂŒrgerkriegsregion zu verstĂ€rken. Der Konflikt befindet sich laut UN-Angaben auf einem Höhepunkt, in den kommenden Monaten werden nach SchĂ€tzungen 700.000 FlĂŒchtlinge aus Syrien in den NachbarlĂ€ndern Zuflucht suchen. Die Bundesrepublik mĂŒsse daher die Einreise fĂŒr FlĂŒchtlinge aus Syrien erleichtern.


„Gerade zum Wintereinbruch können LĂ€nder wie Jordanien, Libanon, TĂŒrkei und Irak die FlĂŒchtlingsaufnahme nicht mehr allein schultern“, so Cornelia FĂŒllkrug-Weitzel, PrĂ€sidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. Sie reiste im November nach Jordanien, wo sich die Mehrzahl der syrischen FlĂŒchtlinge befindet, um sich ein eigenes Bild von der Lage zu machen. Jordanien leide aktuell unter einer schweren Wirtschaftskrise mit Preissteigerung und hoher Arbeitslosigkeit. Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet zusammen mit den Partnerorganisationen Hilfe in Jordanien und der TĂŒrkei, sowohl beim Aufbau von winterfesten UnterkĂŒnften fĂŒr syrische FlĂŒchtlinge als auch in Einzelfallhilfen fĂŒr Familien außerhalb der FlĂŒchtlingscamps.

Flankierend fordert die Diakonie Deutschland eine Entlastung der NachbarlĂ€nder Syriens durch Aufnahme von FlĂŒchtlingen in Deutschland. „Wir plĂ€dieren dafĂŒr, Familienangehörige von Syrern, die in Deutschland leben, aufzunehmen. Sinnvoll wĂ€re dies im Rahmen einer besonderen humanitĂ€ren Aufnahmeanordnung von Bund und LĂ€ndern“, appelliert Johannes Stockmeier, PrĂ€sident Diakonie Deutschland, an die Innenminister. „TĂ€glich suchen hier lebende syrische Staatsangehörige unsere Migrationsdienste auf, die nach dem geltenden Aufenthaltsrecht keine Möglichkeit haben, Verwandte aus dem Krisengebiet zu sich zu holen.“ Viele AntrĂ€ge auf Familiennachzug wĂŒrden an den allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen wie Sprachnachweis und vollstĂ€ndige Lebensunterhaltssicherung scheitern. Insbesondere der Nachzug von volljĂ€hrigen Kindern und Geschwistern aus dem Krisengebiet mĂŒsse endlich ermöglicht werden, so Stockmeier. Hier lebende Syrerinnen und Syrer mit einer Duldung sollten von ihrer Ausreisepflicht befreit werden und ebenfalls humanitĂ€re Aufenthaltstitel erhalten.


Mehr Informationen: Michael Flacke, 030-65211 1835, michael.flacke@diakonie-katastrophenhilfe.de