27. November 2012

Zweiter und dritter Preis gehen an „Horizont Idar-Oberstein – Wir entwickeln uns gemeinsam weiter“ der kreuznacher diakonie und an den Verein „Familie in Bewegung e. V.- OaSE - Alleinerziehend“ aus Ludwigshafen/ Festakt im Festsaal der Staatskanzlei


Frankfurt am Main/Mainz, 27. November 2012. Der „Stadtteiltreff Gonsenheim“ in Mainz-Gonsenheim ist Träger des diesjährigen Helmut-Simon-Preises der Diakonie in Rheinland-Pfalz.


Kurt Beck, Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz und Schirmherr des Preises, überreichte heute in Anwesenheit von Helmut Simon und seiner Gattin im Festsaal der Staatskanzlei die Urkunde an Eva Krenz und Stephan Hesping, Mitarbeitende des Projekts aus Mainz. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht damit an ein Projekt, das im gutsituierten Stadtteil der Landeshauptstadt Mainz Armut und soziale Ausgrenzung zum Thema macht. Über 6.000 Menschen aus 80 Nationen leben in einer Hochhaussiedlung am Rande von Gonsenheim, dort setzen sich die Mitglieder des Vereins für eine gute Gemeinwesenarbeit ein.


Der zweite mit 3.000 Euro dotierte Preis geht an das Projekt „Horizont Idar-Oberstein – Wir entwickeln uns gemeinsam weiter“ der kreuznacher diakonie. Die diakonische Einrichtung aus Idar-Oberstein fasst hier drei Angebote unter einem Dach zusammen: Einen Tagesaufenthalt, den Straßensozialdienst und eine Tafel. Damit leistet der Verein einen Beitrag, von Armut betroffenen Menschen eine würdevolle Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen.


Platz drei, mit 2.000 Euro verbunden, geht an den Verein „Familie in Bewegung e. V.- OaSE-Alleinerziehend, Projekt Nr. 16“ in Ludwigshafen. OaSE ist ein Ort der Begegnung und hilft Familien in Not und begleitet sie nachhaltig.


Die insgesamt drei Sonderpreise, die mit jeweils 1.000 Euro ausgelobt wurden, gingen an die „Lernstube Ohmbach im Wohngebiet Pirmasens“, den Verein für die Beratung von Arbeitslosen und Armen „Hartzfrei“ aus Landau und die „Dolmetschergestützte Hebammenunterstützung für schwangere Flüchtlingsfrauen in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende“ in Trier.


Mit diesem Preis wollen die Diakonischen Werke Mut machen, kreativ, sensibel und solidarisch gegen Armut vorzugehen.


Ministerpräsident Beck dankte allen Preisträgern für ihr Engagement und ihre Kreativität in den Projekten: „Mich hat die überwiegend ehrenamtliche Arbeit der Preisträger sehr beeindruckt und ich freue mich, mit der Auszeichnung diese Leistungen bekannt zu machen. Ihr Einsatz dient als Vorbild und ist zur Nachahmung empfohlen.“


Der in diesem Jahr mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Preis ist nach dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter Helmut Simon benannt. „Es muss um die Würde von Menschen gehen, die auf Hilfen für ein gelingendes Leben und eine verlässliche Lebensplanung angewiesen sind. Dafür steht dieser Preis, dessen Namensgeber ich gerne geworden bin“, sagte Simon, der am Abend der Preisverleihung anwesend war.


Laudator Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, hob hervor, dass der Helmut-Simon-Preis den untrennbaren Zusammenhang von Gesellschaft und sozialer Gerechtigkeit betont. „Daher mahnen wir nicht nur die Verantwortung des Sozialstaats für ein gelingendes Leben an. Als Diakonie leisten wir unseren Beitrag - und wir sind überzeugt, dass es ohne den Einsatz der Zivilgesellschaft gegen Armut und Ausgrenzung nicht geht. Die heute preisgekrönten Projekte sind ein liebevoller aber auch ein engagierter und deutlicher Protest gegen wachsende Ungleichheit. Im Sinne der Reformation sagen wir: Ohne Taten der Liebe bleibt der Glaube tot.“ (Laudatio von Herrn Pfarrer Dr. Gern)


Die Preisträger wurden von Pfarrer Albrecht Bähr, Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz, zu ihrer Motivation zum Engagement interviewt. Musikalisch wurde der Abend von Martin S. Schmitt, Saxophon, gestaltet. 


Stichwort: Helmut Simon


Der 1922 geborene Helmut Simon begann im Mai 1953 seine richterliche Tätigkeit am Landgericht in Düsseldorf. Von dort wurde er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Bundesgerichtshof abgeordnet. Anschließend erfolgte die Ernennung zum Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf. Im Jahr 1965 wurde Helmut Simon zum Richter am Bundesgerichtshof gewählt, im Juni 1970 erfolgte die Ernennung zum Richter des Bundesverfassungsgerichts im Ersten Senat. Diesem gehörte er – nach Wiederwahl im September 1975 – bis zum Eintritt in den Ruhestand im November 1987 an. Neben seiner richterlichen Tätigkeit war Helmut Simon in vielerlei Hinsicht gesellschaftlich und kirchlich engagiert. So war er von 1970 bis 1995 Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Als Präsident stand er diesem von 1975 bis 1977 und von 1987 bis 1989 vor. Darüber hinaus war er unter anderem mehrere Jahre lang Deutscher Delegierter für das Antirassismus-Programm des Ökumenischen Rates der Kirchen mit Sitz in Genf.


Träger des Preises sind das Diakonische Werk in Hessen und Nassau, dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Gern den Preis im Jahr 2005 ins Leben gerufen hatte, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche der Pfalz sowie die Diakonie in Rheinland-Westfalen-Lippe.


Weitere Informationen zum Helmut-Simon-Preis erhalten Sie bei:


Pfarrer Albrecht Bähr, Sprecher der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz, Große Bleiche 47, 55116 Mainz, Tel: 06131 / 32741-20, Mobil: 0176 11 66 40 50, E-Mail: sekretariat@evkirchen-diakonie-rlp.de


 


Laudatio Pfr. Dr. Wolfgang Gern zum Helmut-Simon-Preis