26. November 2012

„Wir erleben, dass Altersarmut in unserem reichen Land zunehmend ein Problem wird“, sagt Landespfarrer für Diakonie Albrecht Bähr anlässlich des Besinnungstages des Evangelischen Seniorenwerkes Pfalz. Eine Million Rheinland-Pfälzer, rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung, seien alt. Auch alte Menschen sollten selbstbestimmt ihr Leben gestalten können. Dazu gehörten materielle Sicherheit und ein gutes Gesundheitssystem.


„Wir machen uns Sorgen, weil finanzielle Unbeschwertheit und ein Leben in Fülle für immer mehr Menschen nicht mehr Realität ist“, sagt Bähr weiter. In Rheinland-Pfalz liege das Armutsrisiko der Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionären bei rund 15,5 Prozent. Mehr Frauen als Männer seien betroffen. Kirche und Diakonie setzten sich mit allen Kräften dafür ein, dass die Betroffenen ein soziokulturelles Existenzminimum erhielten und auch im Alter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen könnten.


 „Die Humanität und die Solidarität der Deutschen Verfassung misst sich an der Frage, wie sie mit den Menschen umgeht, die durch Fleiß und Arbeit für Frieden, Wohlstand und Ansehen unserer Nation in der Welt Entscheidendes beigetragen haben“, betont Bähr: „Wir brauchen eine Kultur des Miteinanders.“


Die Diakonie wolle dazu beitragen, dass jeder Mensch in seiner gewohnten Umgebung alt werden könne. „Das erfordert von uns aber mehr als nur die Garantie, dass der Mensch satt und sauber gepflegt wird. Das verlangt von uns, dass wir als Kirche und Diakonie uns im Gemeinwesen mehr verorten, die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Akteuren vor Ort nutzen und zusammen mit den „Alten“, sprich Ihnen, als auch mit den anderen Generationen fragen: Was brauchen wir, um eine Kultur des Miteinanders in dem Leben in Fülle möglich ist, vor Ort zu ermöglichen“, erläutert Bähr.


 Hinweis: Der Besinnungstag des Evangelischen Seniorenwerkes findet am 29. November 2012, ab 9.45 Uhr in der Pauluskirche, Hahnenbalz 38, 67663 Kaiserslautern statt. Er steht unter dem Motto: „Was die Alten von uns erwarten….“  Frau Annemarie Theysohn wird für ihr diakonisches Engagement mit der höchsten Auszeichnung der Diakonie, dem Goldene Kronenkreuz, geehrt.