16. September 2012


Diakonie-Spitzen Gern und RĂŒhl fĂŒr armutsfeste Mindestrente – Gemeinsamer Jahresempfangder beiden Diakonischen Werke in Hessen zum Thema Alter und Dialog der Generationen – Gottesdienst mit KirchenprĂ€sident Dr. Volker Jung – special Guests Gabriele Wohmann und Lars Ruppel


FĂŒr eine armutsfeste Mindestrente, die die Situation von Frauen besonders berĂŒcksichtigt,haben sich Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes inHessen und Nassau (DWHN), und Landespfarrer Horst RĂŒhl, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck (DWKW), unisono anlĂ€sslich des Jahresempfangs beider VerbĂ€nde heute in der Marburger Stadthalle ausgesprochen.„Wer arbeitet, erzieht und pflegt, darf im Alter nicht auf  Tafeln angewiesen sein.

Aufgrund der demografischen Entwicklung und der daraus entstehenden Folgen fĂŒr das umlagefinanzierte Rentensystem wird die Altersarmut bis zum Jahr 2020 auf fast 20 Prozent ansteigen. Wer sich fĂŒr die Mindestrente einsetzt, muss auch den armutsfesten Mindestlohn fordern. Denn prekĂ€re BeschĂ€ftigung vervielfacht das Armutsrisiko“, so die beiden Diakonie-Spitzen. „Das Miteinander der Generationen im Sinne eines ethischen Generationenvertrages zu fördern, ist unser vorrangiges Anliegen in Kirche und Diakonie. Der Jahresempfang soll dazu einen Beitrag leisten“, sagten Gern und RĂŒhl. Der gemeinsame Jahresempfang unter dem Motto ,Altersbilder - Lebensbilder -Menschenbilder. Diakonische Perspektiven zum Zusammenleben der Generationen‘ bildet den Höhepunkt im Veranstaltungskalender beider VerbĂ€nde und stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg der im kommenden Jahr geplanten Fusion dar. Der Empfang wurde in Anlehnung an das Thema des ,EuropĂ€ischen Jahres 2012 fĂŒr aktives Altern und SolidaritĂ€t zwischen den Generationen‘ gestaltet.


 


KirchenprÀsident Dr. Jung: Gelebte Freiheit darf keinen Menschen verloren geben


Den Auftakt hatte zuvor der Diakonie-Gottesdienst in der Marburger Elisabethkirche gebildet, in dem der KirchenprĂ€sident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Dr. Volker Jung predigte. Der KirchenprĂ€sident erinnerte daran, dass es im Miteinander nicht nur darum gehe, sich gegenseitig in den MĂŒhen des Alltags zu helfen: „Es geht darum, einen anderen Menschen gerade dann nicht fallen zu lassen, wenn er zur Belastung wird. Es geht zugleich auch darum, Menschen, die bereit sind, Lasten zu tragen, zu entlasten und zu stĂŒtzen. Das gilt beispielsweise in der hĂ€uslichen Pflege, die in Zukunft viel stĂ€rker gewĂŒrdigt und unterstĂŒtzt werden muss als bisher.“ Der KirchenprĂ€sident sagte weiter: „Gottes Geist erschließt Menschen eine neue Freiheit. Sie macht davon frei, sich selbst zu produzieren und darstellen zu mĂŒssen, sie macht dazu frei, sich anderen Menschen zuzuwenden. Diese gelebte ,Freiheit eines Christenmenschen‘, wie Martin Luther es nannte, darf keinen Menschen verloren geben.“


 


Fusion der Diakonie soll im Sommer 2013 unter Dach und Fach sein


Dr. Wolfgang Gern und Horst RĂŒhl wiesen anlĂ€sslich von Gottesdienst und Jahresempfang auf die erreichten Fortschritte im Fusionsprozess hin: „Im Jahr 2013 haben wir unser Ziel erreicht: Die Fusion wird mit der fĂŒr Sommer 2013 geplanten Eintragung in das Vereinsregister vollzogen sein und ab diesem Zeitpunkt rĂŒckwirkend zum 1. Januar gĂŒltig.“ Bereits ab Januar wĂŒrden beide VerbĂ€nde in den neuen Organisationsstrukturen arbeiten. LandesgeschĂ€ftsstelle des neuen Verbandes wird Frankfurt am Main sein, außerdem wird es einen Standort in Kassel geben.


 


Stellvertretender MinisterprÀsident Hahn: Alte Menschen mit Migrationshintergrund nicht vergessen


Der Hessische Minister der Justiz, fĂŒr Integration und Europa und stellvertretende MinisterprĂ€sident Jörg-Uwe Hahn wies in seinem Grußwort auf den demografischen Wandel in der Gesellschaft hin. Ein FĂŒnftel der Ă€lteren MitbĂŒrger ĂŒber 65 Jahren hĂ€tten Migrationshintergrund. Alte Menschen mit Migrationshintergrund dĂŒrften nicht vergessen werden. Den Dialog der Generationen eröffneten wĂ€hrend des Jahresempfangs die 80-jĂ€hrige Schriftstellerin Gabriele Wohmann und der 26-jĂ€hrige Lars Ruppel mit seinem Literaturprojekt „AlzPoetry“. Wohmann, eine der profiliertesten Autorinnen im Bereich der Kurzgeschichte im deutschsprachigen Raum, las aus ihrem ErzĂ€hlband „ErzĂ€hlen Sie mir was vom Jenseits“. Ruppel, Slampoet und Kabarettist, stellte sein Projekt „AlzPoetry“ vor, ein Literatur-Projekt fĂŒr Menschen mit Demenz. Musikalisch umrahmt wurde der Jahresempfang durch die „Groovy-Heavy-Wild-Combo“ der Baunataler Diakonie Kassel e.V., die seit 1984 besteht und sich aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammensetzt.


 


Stichworte:


1. Diakonisches Werk in Hessen und Nassau (DWHN)


Das DWHN mit Sitz in Frankfurt am Main ist ein Mitglieder- und Dachverband fĂŒr das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und zugleich Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege. Mit den 19 in seiner TrĂ€gerschaft befindlichen regionalen Diakonischen Werken und seinen 269 Mitgliedern – darunter sind TrĂ€ger mit 401 Einrichtungen unter anderem der Alten-, Kranken-, Jugend-, Behinderten- und FlĂŒchtlingshilfe – ist das DWHN der grĂ¶ĂŸte Wohlfahrtsverband in Hessen. Insgesamt sind in diakonischen Einrichtungen etwa 18.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschĂ€ftigt. Allein in der GeschĂ€ftsstelle des DWHN in Frankfurt am Main beziehungsweise bei den 19 regionalen Diakonischen Werken und ihren Außenstellen arbeiten mehr als 1.150 Mitarbeiter. Vorstandsvorsitzender des zweiköpfigen DWHN-Vorstands ist Pfarrer Dr. Wolfgang Gern. Verantwortlich fĂŒr Personal, Organisation und Finanzen im Vorstand ist Diplom-Wirtschaftsingenieur Wilfried Knapp


 


2. Diakonisches Werk in Kurhessen-Waldeck (DWKW)


Das DWKW mit Sitz in Kassel ist der evangelische Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege in einem Gebiet von Bad Karlshafen in Nordhessen bis zum Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim, einschließlich des Kirchenkreises Schmalkalden in ThĂŒringen. Der Verband vertritt die Interessen von derzeit rund 210 Mitgliedern (Vereine, Stiftungen, gemeinnĂŒtzige GmbHs, Evangelische Kirchenkreise und -gemeinden, Evangelische KindertagesstĂ€tten, landeskirchliche ZweckverbĂ€nde). In deren gut 600 Einrichtungen arbeiten momentan rund 12.500 Hauptamtliche und ungezĂ€hlte Ehrenamtliche. DarĂŒber hinaus ist das DWKW TrĂ€ger des Evangelischen Fröbelseminars. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung des DWKW ĂŒbernimmt ein zweiköpfiger Vorstand, bestehend aus Landespfarrer Horst RĂŒhl als Vorsitzender und Direktor Dr. Harald Clausen. Hinweis fĂŒr Redaktionen:


Fotos der Veranstaltungen gibt es ab 16 Uhr zum Download unter


http://diakonie-hessen-nassau.de/fotos