16. September 2012

„Die Rahmenbedingungen für Familien müssen so ausgestaltet sein, dass sie den vielfältigen Bedürfnissen von Familien gerecht werden“, sagte Landespfarrer für Diakonie Albrecht Bähr bei der Eröffnung der pfälzischen Herbstopferwoche in Otterbach.


 „Wenn die Bundesregierung Familien als ‚stabile Kerne unserer Gesellschaft’ in den Mittelpunkt stellt, dann muss sie dafür Sorge tragen, dass Familien auch selbstbestimmt leben können“, betonte Bähr. Bähr forderte „mehr“ soziale Gerechtigkeit insbesondere für Familien mit Kindern: „Es kann nicht sein, dass Familien ohne Kinder und besser Verdienende nicht mehr zur Finanzierung des Sozialstaates beitragen.“ Solidarität habe auch eine monetäre Dimension.


Es sei zentrales Anliegen der Diakonie, Familien zu entlasten. Familien lebten heute in vielfältigen Lebensformen, die Kleinfamilie dürfe nicht idealisiert werden. Die Anforderungen an Familien seien deutlich gestiegen: Kinder sollten zu Leistungsträgern werden. Kranke und alte Menschen sollten versorgt und gepflegt werden. Beruf und Familie müssten vereinbart werden. Die Anzahl der Familien, die in prekären Verhältnissen lebten, wachse ebenso wie die der alleinerziehenden Eltern. „Familienleben ist vielfach weder ideal noch einfach“, erklärte Bähr. „Wir haben die Lebensbedingungen von Familien nicht zu bewerten. Wir müssen sie  unterstützen.“


Deshalb habe das Diakonische Werk Pfalz die Herbstopferwoche 2012 unter das Motto „Kindern helfen, Eltern entlasten – Spenden für Familien in Not“ gestellt. Gesammelt wird in der Pfalz vom 20. bis 30. September, in der Saarpfalz vom 1. bis 14. Oktober. Im vergangenen Jahr wurden in der Evangelischen Kirche der Pfalz 68.988,73 Euro gespendet.


Auch Kirchengemeinden sorgen sich um das Wohl von Familien. „Wir entlasten Familien durch flexible Öffnungszeiten in unseren Kindertagestätten, durch die Arbeit der Ökumenischen Sozialstationen, durch die Kinderbibelwoche in den Sommerferien und vieles andere mehr“, erklärte der Otterbacher Dekan Matthias Schwarz. Das Haus der Diakonie Kaiserslautern/Otterbach sei Anlaufstelle für Familien in Not. „Egal ob es um finanzielle Probleme, Erziehungsprobleme oder Gewalt in Familien geht, dort finden Ratsuchende immer den richtigen Ansprechpartner und das für sie passende Hilfsangebot“, meinte Schwarz.