6. Juni 2012

PortraitfotoAlbrecht BĂ€hr, Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz, schließt sich dem Urteil der Bundesdiakonie an: Die EinfĂŒhrung des Betreuungsgeldes, wie heute vom Kabinett beschlossen, ist eine sozialpolitische Luftnummer. Familienministerin Kristina Schröder wisse, dass ihr Ministerium den Rechtsanspruch fĂŒr einen Krippenplatz fĂŒr UnterdreijĂ€hrige bis August 2013 nicht realisieren könne. Deshalb versuche sie, die Eltern mit einem finanziellen Anreiz davon abzubringen, ihre Kinder in eine Kindertageseinrichtung zu schicken.



Den Eltern werde suggeriert, dass ihre Wahlfreiheit gestĂ€rkt wĂŒrde. Das sei falsch. „Wirkliche Wahlfreiheit entsteht dann, wenn Eltern entscheiden können, ob sie ihr Kind zu Hause betreuen oder in eine Krippe geben“, betont BĂ€hr. Diejenigen Eltern, die Geld verdienen mĂŒssten, um die Existenz der Familie zu sichern, hĂ€tten sowieso keine Wahl. „Gerade die SchwĂ€chsten unserer Gesellschaft, sind jetzt wieder die Verlierer. Dagegen wenden wir uns als sozialer Dienst der evangelischen Kirche mit aller Vehemenz“, erklĂ€rt BĂ€hr.

Die Diakonie fordert weiterhin, die fĂŒr das Betreuungsgeld geplanten Mittel von bis zu 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau der Kindertagesbetreuung zu investieren. Hier gehe es nicht nur um RĂ€ume, sondern auch um gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher im Bereich FrĂŒhpĂ€dagogik.