9. November 2011

Pfarrer Albrecht Bähr„Das Betreuungsgeld setzt politisch falsche Signale“, sagt Albrecht Bähr, Landespfarrer für Diakonie und Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz. Das Betreuungsgeld trage nicht dazu bei, Bildungschancen von Kindern zu verbessern. Das Gegenteil sei der Fall. „Die Diakonie setzt sich dafür ein, Bildungs- und Teilhabechancen für alle Kinder zu ermöglichen, insbesondere benachteiligte Kinder zu fördern“, sagt Bähr weiter: „Dies gelingt mit einer qualitativ hochwertigen Tagesbetreuung.“

Damit könne ein entscheidender Beitrag zur Entlastung von Familien und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet werden. Bedenklich sei, dass das Betreuungsgeld Familien mit prekärem Einkommen vor die Wahl stelle, sich zwischen Geldleistungen und einem Angebot frühkindlicher Bildung zu entscheiden. „Das ist unzumutbar und verfestigt Armut von Kindern und Familien“, betont Bähr. Deshalb lehne die Diakonie die Einführung des von der Bundesregierung geplanten Betreuungsgeldes ab und fordere, die für das Betreuungsgeld vorgesehenen Mittel in den Ausbau der Plätze für Kinder unter drei Jahren zu investieren.