Uli Sextro
Landesweiter Referent
Flucht und Migration
AG Diakonie in Rheinland-Pfalz
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Flucht

Die neusten Zahlen des UNHCR zur weltweiten Situation von Menschen auf der Flucht sind ebenso eindrücklich wie verstörend!

Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor noch 51,2 Millionen, zehn Jahre zuvor 37,5 Millionen. Diese rasante Entwicklung begann mit dem Beginn des Syrienkrieges, der mittlerweile die größten Fluchtbewegungen verursacht hat.

UN-Flüchtlingskommissar Guterres fasst dies in einer Stellungnahme so zusammen: „Wir werden aktuell Zeuge eines Paradigmenwechsels. Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausmaß der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bewältigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellt.“

Nach Einschätzung von „terres des hommes“ werden die in der Genfer Konvention niedergelegten Prinzipien der Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten in den heutigen Konflikten weitgehend missachtet. Während Anfang des 20. Jahrhunderts noch 95% der Kriegsopfer Soldaten waren, sind inzwischen bei Kriegshandlungen rund 90% der Opfer Zivilisten. Die meisten von ihnen werden durch sogenannte Kleinwaffen getötet, die zu einem erheblichen Anteil auch von Deutschland aus in Konfliktregionen exportiert werden. Davon besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzung von „terres des hommes“ nehmen etwa 250.000 Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten an Kampfhandlungen teil.

Laut des neusten UNICEF Reports 2015 wuchsen im vergangenen Jahr rund 230 Mio. Kinder in Kriegs- und Krisengebieten auf und sind alltäglichen Übergriffen und Verfolgungen ausgesetzt, insbesondere in Syrien, im Irak, im Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik.

Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres Landes oder in angrenzende Regionen (Binnenflüchtlinge), da ihnen die Mittel zu einer Flucht in entferntere Regionen fehlen. Reiche Länder nehmen weit weniger Flüchtlinge auf als weniger reiche. Knapp neun von zehn Flüchtlingen (86%) befanden sich 2014 in Ländern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten. Und die, die „es sich leisten können“, haben zumeist einen lebensgefährlichen Fluchtweg vor sich, z.B. nach Europa.

Im ersten Halbjahr 2015 sind nach UN Angaben 137.000 Menschen  über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Dabei starben offiziellen Angaben zufolge 1.867 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer, davon allein 1.308 im April 2015. Insgesamt sollen seit 2000 rund 32.000 Menschen bei der Überfahrt den Tod gefunden haben.

In der Europäischen Union wurden 2014 die meisten Asylanträge in Deutschland und Schweden gestellt. Insgesamt wurden in Europa mit Ende des Jahres 6,7 Millionen Menschen gezählt, die zwangsweise ihre Heimatregion verlassen mussten: ein Viertel davon waren syrische Flüchtlinge in der Türkei.

Etwa die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche!

 

Interkulturelle Ă–ffnung

Die diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz sind Ansprechpartner für ihre Beratungsstellen und Mitgliedsorganisationen im Bereich der interkulturellen Öffnung. Darunter verstehen wir einen längerfristig angelegten Entwicklungsprozess, der die gesamte Struktur einer Organisation betrifft. Der Gedanke der interkulturellen Öffnung (IKÖ) findet sich in Leitbildern und Konzeptionen unserer Einrichtungen. Sie ist Bestandteil von Öffentlichkeitsarbeit sowie Qualitätssicherung und Personalentwicklung.
IKĂ– erfasst alle Bereiche unserer Gesellschaft. Wir begleiten Prozesse der interkulturellen Ă–ffnung.