Uli Sextro
Landesweiter Referent
Flucht und Migration
AG Diakonie in Rheinland-Pfalz
Große Bleiche 47
55116 Mainz
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Flucht

Die neusten Zahlen des UNHCR zur weltweiten Situation von Menschen auf der Flucht sind ebenso eindr√ľcklich wie verst√∂rend!

Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor noch 51,2 Millionen, zehn Jahre zuvor 37,5 Millionen. Diese rasante Entwicklung begann mit dem Beginn des Syrienkrieges, der mittlerweile die größten Fluchtbewegungen verursacht hat.

UN-Fl√ľchtlingskommissar Guterres fasst dies in einer Stellungnahme so zusammen: ‚ÄěWir werden aktuell Zeuge eines Paradigmenwechsels. Wir geraten in eine Epoche, in der das Ausma√ü der globalen Flucht und Vertreibung sowie die zu deren Bew√§ltigung notwendigen Reaktionen alles davor Gewesene in den Schatten stellt.‚Äú

Nach Einsch√§tzung von ‚Äěterres des hommes‚Äú werden die in der Genfer Konvention niedergelegten Prinzipien der Unterscheidung zwischen Soldaten und Zivilisten in den heutigen Konflikten weitgehend missachtet. W√§hrend Anfang des 20. Jahrhunderts noch 95% der Kriegsopfer Soldaten waren, sind inzwischen bei Kriegshandlungen rund 90% der Opfer Zivilisten. Die meisten von ihnen werden durch sogenannte Kleinwaffen get√∂tet, die zu einem erheblichen Anteil auch von Deutschland aus in Konfliktregionen exportiert werden. Davon besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Nach Sch√§tzung von ‚Äěterres des hommes‚Äú nehmen etwa 250.000 Kinder unter 18 Jahren als Kindersoldaten an Kampfhandlungen teil.

Laut des neusten UNICEF Reports 2015 wuchsen im vergangenen Jahr rund 230 Mio. Kinder in Kriegs- und Krisengebieten auf und sind allt√§glichen √úbergriffen und Verfolgungen ausgesetzt, insbesondere in Syrien, im Irak, im S√ľdsudan und der Zentralafrikanischen Republik.

Die meisten Menschen fliehen innerhalb ihres Landes oder in angrenzende Regionen (Binnenfl√ľchtlinge), da ihnen die Mittel zu einer Flucht in entferntere Regionen fehlen. Reiche L√§nder nehmen weit weniger Fl√ľchtlinge auf als weniger reiche. Knapp neun von zehn Fl√ľchtlingen (86%) befanden sich 2014 in L√§ndern, die als wirtschaftlich weniger entwickelt gelten. Und die, die ‚Äěes sich leisten k√∂nnen‚Äú, haben zumeist einen lebensgef√§hrlichen Fluchtweg vor sich, z.B. nach Europa.

Im ersten Halbjahr 2015 sind nach UN Angaben 137.000 Menschen¬† √ľber das Mittelmeer nach Europa geflohen. Dabei starben offiziellen Angaben zufolge 1.867 Menschen bei der √úberfahrt √ľber das Mittelmeer, davon allein 1.308 im April 2015. Insgesamt sollen seit 2000 rund 32.000 Menschen bei der √úberfahrt den Tod gefunden haben.

In der Europ√§ischen Union wurden 2014 die meisten Asylantr√§ge in Deutschland und Schweden gestellt. Insgesamt wurden in Europa mit Ende des Jahres 6,7 Millionen Menschen gez√§hlt, die zwangsweise ihre Heimatregion verlassen mussten: ein Viertel davon waren syrische Fl√ľchtlinge in der T√ľrkei.

Etwa die H√§lfte aller Fl√ľchtlinge sind Kinder und Jugendliche!

 

Interkulturelle √Ėffnung

Die diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz sind Ansprechpartner f√ľr ihre Beratungsstellen und Mitgliedsorganisationen im Bereich der interkulturellen √Ėffnung. Darunter verstehen wir einen l√§ngerfristig angelegten Entwicklungsprozess, der die gesamte Struktur einer Organisation betrifft. Der Gedanke der interkulturellen √Ėffnung (IK√Ė) findet sich in Leitbildern und Konzeptionen unserer Einrichtungen. Sie ist Bestandteil von √Ėffentlichkeitsarbeit sowie Qualit√§tssicherung und Personalentwicklung.
IK√Ė erfasst alle Bereiche unserer Gesellschaft. Wir begleiten Prozesse der interkulturellen √Ėffnung.