30. November 2011

Kinder in alter Kleidung auf dem B√ľrgersteig, im Hintergrund eine heruntergekommene Hausmauer

"Armut ist die gr√∂√üte Bedrohung f√ľr das Wohl von Kindern und Jugendlichen", sagte gestern der Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz Albrecht B√§hr anl√§sslich des Neubeginns des Kirchenjahres beim Treffen des Kirchenkreises an Nahe und Glan.

Armut sei das Produkt eines komplexen sozialen, politischen und ökonomischen Prozesses. Er forderte strukturelle Veränderungen und neue Verteilungsmodelle. Arme Kinder seien immer Kinder armer Eltern. "Die materielle Situation von armen Kindern kann nur verbessert werden, wenn wir die Situation der Eltern und deren Lebensumfeld verbessern", sagte Bähr weiter.

Seit langem fordere die Diakonie angemessene Regels√§tze, eine Grundsicherung f√ľr Kinder und Jugendliche und die Vermeidung prek√§rer Arbeitsverh√§ltnisse. Gleichzeitig sei der Ausbau einer familienfreundlichen Infrastruktur anzustreben, um gesellschaftliche Teilhabe zu erm√∂glichen. "Kinder d√ľrfen kein Armutsrisiko sein", betonte B√§hr. Bildungsgutscheine in H√∂he von zehn Euro pro Monat seien keine L√∂sung f√ľr das Problem.
 

Hintergrund
Jeder siebte Einwohner in Rheinland-Pfalz ist von Armut bedroht. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems auf Basis der Ergebnisse des Mikrozensus 2010 mitteilt, liegt die Armutsgef√§hrdungsquote f√ľr Rheinland-Pfalz mit 14,8 Prozent leicht √ľber dem Bundesdurchschnitt (14,5 Prozent). In erh√∂htem Ma√ü von Armut bedroht sind unter 18-J√§hrige (19,1 Prozent) sowie die 18- bis unter 25-J√§hrigen (20,4 Prozent), die sich noch √ľberwiegend in der Ausbildung befinden d√ľrften. In besonderem Ma√ü armutsgef√§hrdet sind Alleinerziehende (zumeist Frauen) und deren Kinder unter 18 Jahre. Von ihnen sind 40,2 Prozent von Armut bedroht." (Quelle: Statistisches Landesamtes Rheinland-Pfalz, September 2011)

 

Weitere Informationen

www.diakonie-rwl.de/chancenreich
"Chancenreich": Materialien und Projekte zum Thema Kinderarmut