Immer mehr Frauen haben mit massiven, multiplen Problemlagen zu kĂ€mpfen, wenn sie (ungewollt) schwanger werden und brauchen deshalb verstĂ€rkt Beratung und Betreuung. In Rheinland-Pfalz unterhĂ€lt die Diakonie rund 36 Beratungsstellen mit ihren jeweiligen Außensprechstunden. Eine ortsnahe Beratung zu garantieren, ist eine wichtige Grundlage unserer Arbeit. Die Erreichbarkeit der Stellen ist besonders in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. 

Durch die unsicheren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wird eine verlĂ€ssliche und zukunftsorientierte  Beratung zunehmend erschwert. Beispielhaft ist hier die seit 2011 geltende Anrechnung des Erziehungsgeldes auf das Arbeitslosengeld II zu nennen. Das vormals zusĂ€tzlich gezahlte Elterngeld stellte fĂŒr viele zu Beratende eine Möglichkeit dar, die erste Zeit mit ihrem Baby finanziell zu gestalten. Diese Möglichkeit entfĂ€llt nun und erschwert den zu Beratenden ihren Alltag. Eine solche Entwicklung war noch im Vorjahr nicht abzusehen.

Seit Mai 2014 können Frauen, die sich in einer Notlage befinden und ihre IdentitĂ€t nicht preisgeben möchten, ihr Kind medizinisch sicher und vertraulich zur Welt bringen. Grundlage dafĂŒr ist das geltende Gesetz zum Ausbau der Hilfen fĂŒr Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt, welches die Möglichkeit schafft, dass Schwangere vor und nach der Geburt anonym durch eine Schwangerschaftsberatungsstelle beraten, betreut und begleitet werden können.

Es wird zu medizinischen, sozialen und rechtlichen Möglichkeiten beraten. Die RechtsansprĂŒchen von Mutter und Kind und die möglichen praktischen und finanziellen Hilfen können in der Beratung aufgezeigt werden.

Falls erforderlich können die Beraterinnen und Berater die Beratungsbescheinigung nach § 219 StGB ausstellen.

Alleinstehende, Alleinerziehende und Familien kontaktieren die Beratungsstellen vermehrt mit den Themen Existenzangst, Armut, Überforderung und psychosomatischen Beschwerden.

Eine Vielzahl der Ratsuchenden benötigt im Umgang mit den Jobcentern UnterstĂŒtzung, neben der Leistungsberatung sind auch Hilfen bei der Antragstellung und dem einlegen von Rechtsbehelfen notwendig. Dieser Beratungsbereich bindet sehr viel Zeit und nimmt zunehmend Raum ein.

Durch die Schwangerensozialarbeit der Diakonie finden viele Frauen und Paare den Weg in die Beratungsstelle. ZunĂ€chst möchten die Meisten zu Beratenden einen Antrag bei der Bundesstiftung „Mutter und Kind- Schutz des ungeborenen Lebens“ stellen. Im Verlauf der Beratung stellt sich in der grĂ¶ĂŸten Zahl der Beratungen ein weitergehender Hilfebedarf heraus. Deshalb ist die Zahl der Folgeberatung in den letzten Jahren angestiegen. Die Problemstellungen der schwangeren Frauen sind nach Erfahrung der Beraterinnen und Beratern vielschichtiger geworden. Die Schwangerenberatung ist damit oft ein Einstieg in weitere Felder der Beratungsarbeit. Hierzu gehört nicht nur das Stellen von weiteren StiftungsantrĂ€gen und AntrĂ€gen bei den Jobcentern. Vorsorgeuntersuchungen sind genau so GesprĂ€chsthema, wie die Hebammensuche, die Kinderbetreuung und die allgemeine familiĂ€re Situation. Außerdem werden in den Beratungsstellen fĂŒr junge Menschen, Eltern und Multiplikatorinnen Informationen zu Familienplanung, EmpfĂ€ngnisverhĂŒtung und SexualitĂ€t angeboten.

Die Einzelnen Beratungsangebote sind ĂŒber folgende Internetseiten zu finden: http://www.diakonie-pfalz.de, http://www.diakonie-rwl.de und  http://www.diakonie-hessen.de/ueber-uns/arbeitsfelder/familien-frauen-jugend-kinder/schwangeren-und-schwangerschaftskonfliktberatung.html

 

Hinweis:

Adressfinder fĂŒr alle drei Diakonischen Werke zusammen zu fĂŒgen, da fĂŒr die hilfesuchenden Frauen nicht erkennbar, wo die Pfalz anfĂ€ngt und Rheinland-Westfalen-Lippe aufhört und dass es auch noch einen Teil auf dem Kirchengebiet von Hessen-Nassau gibt.