Rund 110.000 Menschen in Rheinland-Pfalz sind arbeitslos. Davon gelten ├╝ber 70.000 Menschen als Langzeitarbeitslos (= l├Ąnger als 1 Jahr lang arbeitslos). Hinzu kommen etwa 25.000 Menschen, die sich in in arbeitsmarktpolitischen Ma├čnahmen befinden. Ziel dieser Ma├čnahmen ist, m├Âglichst schnell einen ├ťbergang von Arbeitslosigkeit in Besch├Ąftigung zu erreichen. Insgesamt gelten in Rheinland-Pfalz mehr als 180.000 Menschen als Arbeitssuchend. Dem gegen├╝ber stehen weniger als 20.000 gemeldete offene Stellen. (Zahlen August 2011)

Aktuelle Schwerpunkte

Aktuelles Thema ist die Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente, die nach dem Willen der Bundesregierung ab Fr├╝hjahr des kommenden Jahres greifen soll, aber nach Einsch├Ątzung der Tr├Ąger, der Wohlfahrtsverb├Ąnde und dem Gro├čteil der arbeitsmarktpolitischen Fachwelt dazu f├╝hren wird, dass Langzeitarbeitslose von den bisherigen Eingliederungshilfe abgeschnitten werden. Zudem werden durch bereits in 2010 und 2011 beschlossene Sparma├čnahmen in den kommenden Jahren dazu f├╝hren, dass vor Ort die integrativen Angebote f├╝r (Langzeit-) Arbeitslose gegen├╝ber 2010 um nahezu die H├Ąlfte reduziert werden m├╝ssen. Das h├Ąlt Diakonie f├╝r einen gesellschaftspolitischen Skandal und volkswirtschaftlich f├╝r ├Ąu├čerst sch├Ądlich!

 

Hintergrund

Im Themenfeld "Arbeit/Arbeitslosigkeit" befassen wir uns mit den drei Richtungen arbeitsmarktpolitischen Handelns:

1. "aktive Arbeitsmarktpolitik": Unterst├╝tzung von Arbeitslosen bei der (Wieder-) Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Dazu z├Ąhlen: Hilfen beim ├ťbergang Schule - Beruf, Ausbildungsbegleitende Hilfen, Qualifizierungs-und/oder Besch├Ąftigungsma├čnahmen f├╝r (langzeit-) arbeitslose Menschen, aber auch Schaffen von auf Dauer angelegten Arbeitspl├Ątzen f├╝r besonders schwer Benachteiligte am Arbeitsmarkt (z.B. Menschen mit Behinderung oder geringer Arbeitsleistung). Ebenso geh├Âren Beratungs- und sozialp├Ądagogische Betreuungsleistungen in diesen Bereich.

2. "passive Arbeitsmarktpolitik": Abmilderung von materiellen Sch├Ąden, die durch Arbeitslosigkeit entstehen. Zu diesem Zweck gibt es in Deutschland zum Einen die zeitlich befristete Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld 1), zum Anderen die steuerfinanzierte Grundsicherung (Arbeitslosengeld 2, gemeinhin auch Hartz IV genannt)

3. "proaktive Arbeitsmarktpolitik": Angebote an von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer_innen, um schon im Vorfeld von drohender Arbeitslosigkeit Unterst├╝tzungsleistungen zur Abwendung von Arbeitslosigkeit anzubieten.

Da das Themenfeld Arbeit/Arbeitslosigkeit/Arbeitsmarktpolitik grunds├Ątzlich gesellschaftspolitischen Entscheidungen unterliegt, werden die Entscheidungen der politischen Mandatstr├Ąger sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene kritisch betrachtet. Diakonie und Kirche sieht sich in der Verantwortung, im Sinne der Betroffenen F├╝rsprecher zu sein und die Stimme zu erheben, damit den Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ad├Ąquate Hilfen angeboten werden.


Angebote der Diakonie

Etliche regionale Diakonische Werke und namentlich Freie Tr├Ąger bieten arbeitslosen Menschen Hilfen an, die die Betroffenen im Sinne der aktiven Arbeitsmarktpolitik (s.o.) unterst├╝tzen. Der Schwerpunkt der Angebote liegt meist bei Hilfen f├╝r langzeitarbeitslose Menschen. Die Angebotspalette geht von Beratung ├╝ber Qualifizierung, oftmals kombiniert mit zeitlich befristeter Besch├Ąftigung, bis hin zur Schaffung von Dauerarbeitspl├Ątzen, z.B. f├╝r Menschen mit gesundheitlichen oder psychischen Handicaps oder solchen, die eine Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt bislang verhinderten.