17. Oktober 2011

Fr├╝hst├╝cksgruppe vor dem Bochumer BahnhofNach Ansicht der Diakonie muss das Programm "Soziale
Stadt" als Gemeinschaftsinitiative von Bund, L├Ąndern und Gemeinden ohne
Einschr├Ąnkung weitergef├╝hrt werden. "Wir brauchen eine breit angelegte
Investitionsoffensive Soziale Stadt, die die soziale und bauliche
Abw├Ąrtsentwicklung in benachteiligten Stadtquartieren stoppt und den
Zusammenhalt in den Nachbarschaften st├Ąrkt" sagt Diakonie-Pr├Ąsident Johannes
Stockmeier am Mittwoch in Berlin. 


Die Erfahrungen aus der "Sozialen Stadt" zeigten, dass damit wichtige Beitr├Ąge
zur Sicherung des sozialen Friedens in den St├Ądten geleistet worden seien. Durch
die Vernetzung und B├╝ndelung verschiedener fachlicher Kompetenzen sei der
Anschluss von Brennpunkten an die Stadtgesellschaft sichergestellt worden.

"Trotz gro├čer Erfolge hat der Bund die Mittel f├╝r das Programm rigoros von ├╝ber
hundert auf 29 Millionen Euro gek├╝rzt", kritisiert Stockmeier. Zwar sehe der
Bundeshaushalt 2012 vor, die Mittel k├╝nftig wieder auf 40 Millionen anzuheben.
gef├Ârdert w├╝rden k├╝nftig aber vorranging bauliche Investitionen im Quartier. "Zu
bef├╝rchten ist, dass die F├Ârderung sozialer Begleitprogramme komplett
gestrichen wird. Die K├╝rzungen treffen vor allem Wohnviertel, in denen viele
Kinder aufwachsen. Das Sparprogramm wird die Kommunen noch teuer zu stehen
kommen. Notwendig ist eine breit angelegte Investitionsoffensive in die
Quartiere rein, die die Bewohner in sozialen Brennpunkten erreicht und die
zivilgesellschaftlichen Kr├Ąfte zum Mitmachen einl├Ądt", betont Stockmeier.

Auch diakonische Dienste und Einrichtungen engagieren sich in diesen Gemeinwesen
f├╝r bessere Teilhabechancen. Zusammen mit den Kirchengemeinden vor Ort leisten
sie nachhaltige Beitr├Ąge zur Verbesserung des nachbarschaftlichen
Zusammenlebens. Sie ├╝bernehmen in diesen Gebieten h├Ąufig Br├╝ckenfunktionen
zwischen Bewohnern und den Akteursnetzwerken. Der Diakonie Bundesverband
unterst├╝tzt den Gr├╝ndungsaufruf der Initiative "B├╝ndnis f├╝r eine Soziale Stadt".
Au├čerdem engagiert sich die Diakonie in der Denkwerkstatt Soziale Stadt, zu der sich
Vertreter aus der Zivilgesellschaft, aus Stiftungen, Wohlfahrtsverb├Ąnden,
Kirchen, b├╝rgerschaftlichen Engagementnetzwerken gemeinsam mit Vertretern der
kleinen und gro├čen St├Ądte der Bundesrepublik zu einem Austausch ├╝ber die Zukunft
des St├Ądtebauf├Ârderprogramms "Soziale Stadt" zusammengefunden haben.

 

Weitere Informationen

Soziale Stadt: Programmgebiete in Rheinland-Pfalz
Die Gemeinschaftsinitiative ÔÇ×Soziale StadtÔÇť in Rheinland-Pfalz. Informationsbrosch├╝re zum Programm vom Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz (pdf)