2. April 2019

Interkulturelle Öffnung und interkulturelle Kompetenz spielen seit einigen Jahren eine zunehmende und immer bedeutsamere Rolle im Arbeitsprozess. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Kunden und Klienten, die mit unterschiedlichen Sozialisations-Biografien betreut und unterstützt werden, als auch auf den Kollegenkreis. Kein ganz neues Thema und ein ‚alter Hut‘, denken Sie? Mitnichten…!

Der Bedarf an stärkerer interkultureller Kompetenz bei Mitarbeitenden begründet sich aus unserer Sicht durch verschiedene Beobachtungen der jüngeren Vergangenheit:

a) Die Gewinnung von Fachkräften ist ein zentrales Thema unserer Zeit. Können wir tatsächlich dauerhaft auf Personengruppen wie z. B. Menschen mit Migrationshintergrund verzichten, nur weil sie bisher kaum Erfahrungen mit den Berufen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft gemacht haben? Oder sollten nicht vielmehr geeignete Orientierungs- und Qualifizierungs-Formate die individuelle Integration und die strukturellen Bedingungen unterstützen? Gute Beispiele hierzu finden Sie auf unserer Webseite www.soziales-integriert.de/vor-ort/.

b) Für die verschiedenen Bildungserfahrungen, sei es fachlich, sprachlich oder sozial, braucht es entsprechende Handlungsmuster in der Zusammenarbeit im Arbeitsalltag. Eine neue Kollegin oder ein neuer Kollege kommt und bleibt, wenn eine Bereitschaft besteht, die ersten und weiteren beruflichen Schritte angemessen zu begleiten.


c) Häufig bleiben langjährige Mitarbeitende, denen z.B. eine Weiterbildung aufgrund von Sprachdefiziten nicht möglich ist, in der ‚Helfer-Falle‘ stecken. Mittlerweile gibt es unterschiedliche Unterstützungsangebote, um weitere Qualifizierungs-Schritte zu planen und zu erzielen.


d) Fachkräfte aus dem Ausland in den hiesigen Arbeitsmarkt der Pflege zu integrieren, bedarf
ebenfalls einer aufmerksamen Begleitung und Einführung, auch damit Anerkennungs- und
Sprach-Schulungen erfolgreich verlaufen und eine Identifikation mit dem Arbeitgeber eintritt. Aus den Rückmeldungen von Trägern, die ausländische Fachkräfte einstellten und dabei bedauerlicherweise viel zu häufig an strukturellen Rahmenbedingungen scheiterten, zu lernen ist clever.


Daher verstehen wir im Rahmen der LIGA-Arbeitsmarktinitiative “Soziales integriert“ interkulturelle
Öffnung und Kompetenz in den Einrichtungen als eines unserer Schwerpunktthemen, greifen
dies auf und konzipieren tragfähige Angebote für Sie. Bereits 2013/14 wurden Mitarbeitende
unserer Mitgliedsverbände und deren Träger und Einrichtungen im Rahmen mehrtägiger Qualifizierungen
zu Interkulturellen Prozessbegleitern fortgebildet.


Das Angebot der Qualifizierung betrieblicher Mentor*innen ergänzt seit dem letzten Jahr
diesen Ansatz:

In Kooperation mit dem bekannten Bildungsträger Arbeit & Leben bieten wir für maximal 12 Teilnehmende zwei ganztägige Seminare und, daran anknüpfend, halbtägige Aufbau-Module an. So erhalten die betrieblichen Mentor*innen eine umfassende Basisqualifikation und die Möglichkeit, sich eines Netzwerks zu bedienen, um den Austausch der Mentor*innen und ihrer
Praxis untereinander zu gewährleisten. Aufgrund der bestehenden Landesförderung können wir dieses Angebot dieses Jahr für Sie kostenfrei vorhalten.


Die Mentor*innen bereiten sich in den Seminaren auf ihre Aufgabe und Rolle in der Begleitung von Menschen mit Migrations- und Fluchtbiografie vor, setzen sich in interaktiven Übungen und Reflexionseinheiten mit deren Situation und Erleben auseinander, reflektieren die interkulturelle Ebene der Zusammenarbeit und entwickeln praxisnahe Lösungsstrategien für berufliche Alltagssituationen. Input wechselt mit Austausch, gute Praxis wird vorgestellt und konkrete Ableitungen für den eigenen Berufsalltag und die eigene Organisation werden erörtert. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der beigefügten Ausschreibung.


Ihr Beitrag als Träger besteht darin, eine/n Mitarbeiter/in, deren Wille zu dieser Qualifikation vorhanden sein sollte, aus Ihrer Organisation zu benennen, diese für die Dauer des Seminars und des Aufbaumoduls freizustellen und die entstehenden Reisekosten zu tragen. Außerdem sollten Sie als Verantwortliche*r in Ihrer Organisation den/die betriebliche Mentor*in auch als solche bekannt machen und dafür Sorge tragen, dass er/sie in dieser Aufgabe von allen Beteiligten unterstützt wird.

Die LIGA-Initiative leistet mit diesem Qualifizierungsangebot einen direkten Beitrag für Ihre
Fachpraxis. Gerne können sich Ihre Mitarbeitenden über unsere Website https://sozialesintegriert.
de/termine/ direkt zu dieser Fortbildung anmelden.


Für Fragen und Rückmeldungen steht Ihnen unsere Projektreferentin, Frau Heike Schulz (Tel.:
06131/22 46 08 oder per Mail an h.schulz@liga-rlp.de), gerne zur Verfügung.

Die Ausschreibung finden Sie hier.