6. September 2018

Architektenkammer Rheinland-Pfalz, Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfÀlzischen Wohnungsunternehmen und LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz legen 12 Wohnungs- und Sozialpolitische Forderungen vor.

Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends haben drei Organisationen der Planer, der Wohnungswirtschaft und der SozialverbĂ€nde zwölf Positionen zum Thema Wohnen prĂ€sentiert. Der Bau von bezahlbarem Wohnraum, so die Initiatoren des Papiers, muss vom Land und von den Kommunen aktiv unterstĂŒtzt werden. VerlĂ€ssliche Datenerhebung, kluge BĂŒndelung der Förderprogramme fĂŒr Stadt und Land, die gezielte UnterstĂŒtzung einkommensschwacher Haushalte und eine ausgewogene GrundstĂŒcks- und Bodenpolitik gehören dazu.

"In der öffentlichen Wohnraumförderung brauchen wir attraktive Angebote und eine Verstetigung sowie Zweckbindung der durch den Bund aufgestockten Landesmittel, damit fĂŒr die Unternehmen Planungssicherheit besteht", fordert Thomas Will, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfĂ€lzischer Wohnungsunternehmen und GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Wohnbau Mainz GmbH.

Gerold Reker, PrĂ€sident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz erlĂ€uterte den Hintergrund des Positionspapiers "Wir haben lange geglaubt, vor dem Hintergrund einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft gĂ€be es ausreichend Wohnraum. Heute wissen wir: Das war ein Trugschluss. Doch obwohl es bereits Initiativen und BĂŒndnisse gibt, die erste Erfolge haben, und obwohl gebaut wird wie seit Jahren nicht, fehlt weiterhin Wohnraum. Hinzu kommt: Es gibt kaum noch GrundstĂŒcke. Doch die Ausweisung von Bauland um jeden Preis kann und darf nicht die Lösung sein. Eine ausgewogene, nachhaltige Stadtentwicklung braucht qualitĂ€tssichernde Maßnahmen. Wir fordern eine soziale Quotierung, damit gemischte Gebiete entstehen, die GrundstĂŒcksvergabe nach dem besten Konzept, nicht nach dem höchsten Preis, mehr ErbbaugrundstĂŒcke und die Erarbeitung von MasterplĂ€nen fĂŒr eine integrierte Stadtentwicklung." 

"Neben einer validen Datenlage zur frĂŒhzeitigen Identifizierung belasteter Quartiere und daraus resultierender politischer Maßnahmen benötigen viele Mieterinnen und Mieter begleitende Beratungsangebote, z.B. Schuldner- oder Energiesparberatung. Eine flĂ€chendeckende Sozialberichtserstattung sowie eine Implementierung der genannten Beratungsangebote in ganz Rheinland-Pfalz fordern die LIGA-VerbĂ€nde bereits seit vielen Jahren. Beides sind geeignete Instrumente, Ausgrenzungsprozesse zu unterbinden", so Hans-JĂŒrgen Eberhardt, Vorsitzender LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz e.V.