6. Juni 2018

Berlin. "Die Schaffung von Anker-Zentren wird nicht dazu f├╝hren, dass Asylantr├Ąge schneller und vor allem rechtssicher bearbeitet werden k├Ânnen", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anl├Ąsslich der heute beginnenden Innenministerkonferenz, bei der sich Bund und L├Ąnder ├╝ber die Umsetzung eines Pilotprojektes zu Anker-Zentren verst├Ąndigen werden.

Daf├╝r seien eine Qualit├Ątsoffensive beim Bundesamt f├╝r Migration und Fl├╝chtlinge und unabh├Ąngige, fl├Ąchendeckende Asylverfahrensberatung notwendig. "Einfach eine andere Form der Unterbringung einzuf├╝hren, ├Ąndert nichts. Offensichtlich sollen die Anker-Zentren geschaffen werden, um abgelehnte Asylsuchende schneller wieder au├čer Landes bringen zu k├Ânnen", betont Loheide. Dabei werde jedoch verkannt, dass die allermeisten abgelehnten Asylsuchenden das Land von selbst wieder verlassen. "Hier wird mit spektakul├Ąren Einzelf├Ąllen Politik gemacht, wie mit dem Vorfall in Ellwangen", sagt Loheide.

Integrationspolitisch sei genau das Gegenteil notwendig: "Asylsuchende sollten so kurz wie m├Âglich in Gemeinschaftsunterk├╝nften untergebracht werden und schnell in eigenem Wohnraum leben, Kontakt zum Umfeld haben und an die lokale Infrastruktur angebunden sein. Zudem sollten sie arbeiten d├╝rfen, Kinder brauchen Zugang zu Kita und Schule", betont Loheide. Zentral seien ausreichende professionelle und unabh├Ąngige Beratungsangebote, die Fl├╝chtlinge bei der Integration und durch die Verfahren begleiten. "Die gemeinsame Unterbringung von Menschen, die psychisch hoch belastet sind und schreckliche Erlebnisse zu verarbeiten haben, mit Personen, die in Angst vor ihrer Abschiebung leben, f├╝hrt zu erheblichen Problemen. Auch die Unterbringung von besonders schutzbed├╝rftigen Fl├╝chtlingen wie traumatisierten Fl├╝chtlingen, Frauen und Kindern in diesen Einrichtungen ist hoch problematisch", betont Loheide.

Diese Grunds├Ątze einer menschenrechtskonformen Fl├╝chtlingspolitik haben der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland in einem Schreiben an die Innenministerkonferenz ├╝bermittelt. Das Schreiben finden Sie unten zum download.┬á