4. Juni 2018

Mainz. „Das neue Kita-Gesetz in Rheinland-Pfalz geht uns alle an.“ Damit bringt die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz die Wichtigkeit der Novellierung des Kindertagesstättengesetzes auf den Punkt.

Die Wohlfahrtsverbände fordern mit der Gesetzes-Novelle eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen an eine zeitgemäße Praxis der Kindertagesstättenarbeit.

Denken Erwachsene an ihre eigene Kindergartenzeit, fallen ihnen Bilder ein, die mit der heutigen Bildungseinrichtung für unsere Jüngsten wenig zu tun haben. Gründe für eine Überarbeitung des aus dem Jahr 1991 stammenden Kita-Gesetzes gibt es aus Sicht der Fachleute in den Verbänden genug: „Immer jüngere Kinder werden in den Kitas aufgenommen und verbringen dort immer mehr Zeit. Die Familien nutzen das Angebot und erwarten – zu Recht – eine gute Erziehung, Bildung und Betreuung sowie verlässliche Öffnungszeiten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zulassen.“, so der LIGA-Vorsitzende Hans-Jürgen Eberhardt. Die Herausforderungen für Träger und Einrichtungen sind immens gestiegen. Familien- und kindgerechte Öffnungszeiten und eine qualitativ hochwertige Betreuung sowie Bildung brauchen gute Rahmenbedingungen. Diese müssen auch für die Zukunft sichergestellt werden.

Ziel ist es, allen Kindern den Zugang zu guter Bildung zu ebnen. „Dafür brauchen wir gute Kitas, starke Leitungen und stabile Träger, einheitliche Personalstandards sowie kontinuierliche Aus- und Weiterbildung“, meint der LIGA-Vorsitzende.

Die Spitzenverbände der freien Kita-Träger erwarten vom Land, dass im neuen Kita-Gesetz die vorgenannten Bedingungen guter Kita-Qualität angemessen aufgenommen werden.

Auch auf Bundesebene tut sich etwas. Das Familienministerium arbeitet derzeit an der Entwicklung eines „Gesetzes zur Weiterentwicklung der Qualität in der Kindertagesbetreuung“. Mit dem „Gute-Kita-Gesetz“, wie Bundesministerin Dr. Franziska Giffey es nennt, erhalten alle Bundesländer ab nächstem Jahr zusätzliche Mittel zur Steigerung der Qualität.

„Wir fordern die beiden Ministerinnen des Landes Rheinland-Pfalz, Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig und Finanzministerin Doris Ahnen dazu auf, diese zusätzlichen Mittel in eine weitere Stärkung der Kita-Leitungen zu investieren. Von einem guten Bildungs- und Sozialmanagement profitieren alle Kitas vor Ort“, sind sich die LIGA-Verbände sicher.

Das Positionspapier der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege steht zur Information auf der Homepage www.liga-rlp.de unter der Rubrik Publikationen, Positionen, Stellungnahmen bereit.

 

Hintergrund:

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz e.V. ist der Zusammenschluss der fünf Verbandsgruppen – Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und der Paritätische – zu einem Spitzenverband auf Landesebene. Die Verbandsgruppen beschäftigen zusammen über 160.000 Mitarbeitende. Zusätzlich engagieren sich mehr als 30.000 Ehrenamtliche in den Wohlfahrtsverbänden in Rheinland-Pfalz. Die LIGA versteht sich als Lobby benachteiligter Menschen und tritt als sozialpolitischer Akteur für deren Interessen ein.