20. März 2018

 Diakonie fordert einen am Wohl junger Menschen orientierten Umgang

¬†Mainz. Der aktuelle Vorsto√ü des Landkreistages Rheinland-Pfalz im Hinblick auf eine generelle medizinische Untersuchung bei jungen Gefl√ľchteten, st√∂√üt bei der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz auf Unverst√§ndnis. Die Diskussion der letzten Monate habe deutlich gezeigt, dass es derzeit kein medizinisches Verfahren gebe, das die Altersfeststellung so pr√§zisieren k√∂nne, dass ein sinnvoller Mehrwert entstehe. Kein Verfahren, auch nicht die nun ins Spiel gebrachte DNA-Analyse, grenze das Alter unterhalb einer Spanne von zwei Jahren ein, so Albrecht B√§hr, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz.

‚ÄěWenn ein komplexes Thema wie das der Alterseinsch√§tzung mit dem Thema Kriminalit√§t gefl√ľchteter Personen verkn√ľpft wird, entsteht eine Stimmung, die dem populistischen Ruf nach ,schnell wirksamen L√∂sungen‚Äė Vorschub leistet und eine sachliche, am Kindeswohl orientierte Auseinandersetzung schier unm√∂glich macht‚Äú, sagt B√§hr.

¬†Die Forderung des Landkreistages, jungen Gefl√ľchteten die Verantwortung f√ľr den Beweis des eigenen Alters aufzuerlegen, pervertiere die urspr√ľngliche Intention der Altersfeststellung, Minderj√§hrigen im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention den bestm√∂glichen Schutz zu gew√§hren. ‚ÄěViele Kinder und Jugendliche, die nach Europa gefl√ľchtet sind, haben keine Dokumente, die ihr Alter belegen. In vielen Teilen der Welt gibt es keine Geburtsurkunden oder √§hnliche Dokumente und wenn es sie denn gab, sind diese sehr h√§ufig in den Wirren der Flucht verloren gegangen‚Äú, so B√§hr weiter. ‚ÄěIm Zweifel muss das Wohl des Kindes Vorrang vor ordnungspolitischen Interessen haben‚Äú, betont der Sprecher der AG Diakonie in Rheinland-Pfalz.

¬†B√§hr sprach sich nochmals daf√ľr aus, der professionellen Inaugenscheinnahme der Jugend√§mter zu vertrauen.¬† Diese h√§tten auch heute schon gesetzlich die M√∂glichkeit, im Zweifel medizinische Untersuchungen anzuordnen. Durch die Ber√ľcksichtigung aller relevanten Faktoren, insbesondere der nicht-medizinischen, w√ľrden Ergebnisse erzielt, die den ethischen und kinderrechtlichen Standards einer demokratischen und humanen Gesellschaft entspr√§chen.

Die Diakonie weist in diesem Zusammenhang auch auf die Stellungnahme des Bundesfachverbandes unbegleitete minderj√§hrige Fl√ľchtlinge e.V. (BumF) ‚ÄěBesteht ein Neuregelungsbedarf¬† bei¬† der (beh√∂rdlichen) Alterseinsch√§tzung junger Fl√ľchtlinge?‚Äú vom 13.M√§rz 2018 hin, die hier nachzulesen ist:¬† http://www.b-umf.de/images/Stellungnahme_Altersfeststellung_13_03_2018.pdf

 Mainz, 16. März 2018

 

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Die Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz b√ľndelt die Interessen der drei in Rheinland-Pfalz t√§tigen Landesverb√§nde der Diakonie - der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, der Diakonie Hessen und der Diakonie Pfalz ‚Äď und vertritt sie gegen√ľber dem Land Rheinland-Pfalz und den Kostentr√§gern. Als Verbandsgruppe ‚ÄěDiakonie‚Äú sind die Diakonischen Werke Mitglieder der¬† LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz.