30. M├Ąrz 2017

Die Diakonie appelliert an die Politik, die Aussetzung des Familiennachzuges von subsidi├Ąr gesch├╝tzten Fl├╝chtlingen sofort zu beenden. "Wer aus wahltaktischer Opportunit├Ąt verhindert, dass Gefl├╝chtete ihre engsten Angeh├Ârigen nachholen, darf sich nicht ├╝ber schwerwiegende Folgen wie Desintegration wundern", sagt Diakonie-Pr├Ąsident Ulrich Lilie. Gestern hatten die Regierungsparteien bei einem Koalitionsgipfel ├╝ber eine Verl├Ąngerung oder Beendigung der Aussetzung diskutiert.

"Familie ist der Ort, wo Menschen f├╝reinander Verantwortung ├╝bernehmen und sich gegenseitig unterst├╝tzen. Die Ungewissheit, wie es ihren Angeh├Ârigen geht und ob sie noch leben, macht Fl├╝chtlinge krank. Sie haben kaum die Kraft, die Herausforderungen ihrer Integration in Deutschland anzugehen", erkl├Ąrt Lilie.
Daher sei es nicht nur aus humanit├Ąren Gr├╝nden geboten, den Familiennachzug zuzulassen, sondern integrationspolitisch geradezu notwendig. "Bisher wurde noch kein einziges Visum nach der H├Ąrtefallregelung erteilt, nicht einmal f├╝r unbegleitete minderj├Ąhrige Fl├╝chtlinge, obwohl dies vor einem Jahr vereinbart wurde, um besonders schwere Schicksalsschl├Ąge abzuwehren", kritisiert Lilie.
"Dieser problematische Wandel in der Fl├╝chtlings- und Integrationspolitik ist sehr kurzsichtig. Die gro├če Koalition der Unwilligen setzt damit ein schlechtes Zeichen, nicht zuletzt f├╝r viele Haupt- und Ehrenamtliche, die weiterhin hochengagiert am Gelingen der Integration arbeiten. Desintegration, drohende Radikalisierung aus Verzweiflung und Demotivation von vielen Engagierten sind die hohen Preise, die wir zahlen werden, wenn wir die Familien dauerhaft getrennt halten", betont Lilie.

Den Themenschwerpunkt Familienzusammenf├╝hrung der Diakonie finden Sie unter https://info.diakonie.de/alle-themen/flucht-und-migration/familienzusammenfuehrung/