4. April 2016

Fünf Jahre, fünf Forderungen: Wer mit der Pflege beschäftigt ist, dem stehen spannende Zeiten bevor. Wichtige Weichenstellungen stehen an, um den Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft gerecht zu werden: Bessere Sterbebegleitung, qualitativ hochwertige wohnortnahe Versorgung, neue Wohnformen sind hier wichtige Stichworte.

Weiterhin sollen vorhandene Potenziale besser genutzt und Personal auch mit unterschiedlichem Qualifikationsmix eingesetzt werden. Unter dem Motto „Anpacken für die Pflege“ gibt die PflegeGesellschaft Rheinland-Pfalz diese fünf Punkte dem neugewählten Landtag mit auf den Weg in die Legislaturperiode. Nach deren Ablauf 2021 soll dann der Stand der Dinge überprüft werden. „Wir wollen die Pflege gemeinsam und nachhaltig voran bringen“, sagt die Vorsitzende Regine Schuster.

Seit fünf Jahren gibt es die gemeinnützige PflegeGesellschaft, bestehend aus Arbeiterwohlfahrt, Caritas, DRK, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband und Diakonie sowie dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste. Der Spitzenverband vertritt damit über 350 ambulante Dienste und 450 Seniorenheime. Er ist die maßgebliche Instanz zur Weiterentwicklung der pflegerischen Angebote und damit auch zur Versorgung der Menschen. „Wir haben viel erreicht und hierauf können wir stolz sein“, so der Vorsitzende Dieter Hewener.

Die Zwischenbilanz nach fünf Jahren PflegeGesellschaft kann sich sehen lassen: So trug die landesweite Nachwuchs- und Imagekampagne „Pflegesignal“ dazu bei, die Zahl der Auszubildenden um etwa 20 Prozent zu erhöhen. Zudem arbeitet sie an der Entbürokratisierung der Pflegedokumentation mit, hat den Vorsitz im dafür zuständigen landesweiten Kooperationsgremium und stellt außerdem einen Vorsitz im Landespflegeausschuss. Weiterhin verhandelt sie laufend mit den Kranken- und Pflegekassen über bessere Rahmenbedingungen in der Pflege. Die Expertise der PflegeGesellschaft ist bei der Landesregierung und den Parteien ebenfalls gefragt: „Für die Politik sind wir der erste Ansprechpartner, wenn es um Fragen aus der Praxis geht“, sagt Geschäftsführer Sebastian Rutten, der es als großen Erfolg ansieht, dass die Pflege-Anbieter in Rheinland-Pfalz mit einer starken Stimme sprechen. Das erworbene politische Gewicht will die PflegeGesellschaft nun in die Waagschale werfen, um die anstehenden Zukunftsthemen aufs richtige Gleis zu bringen. Um die Sterbebegleitung zu verbessern, soll in den nächsten fünf Jahren die Weiterbildung von mindestens 100 Pflegefachkräften zur Palliative-Care-Pflegefachkraft gefördert werden.

Weiterhin fordert die PflegeGesellschaft ein Bekenntnis, dass trotz einer Stärkung der Kommunen in der Pflege auch künftig die kompetenten zugelassenen Träger für die Pflege vorrangig sind. Neue Handlungs- und Hilfebedarfe sollen zuerst daraufhin überprüft werden, ob die bestehenden Pflegeeinrichtungen mit ihren hochqualifizierten Mitarbeitern dies leisten können, bevor teure und für die Betroffenen undurchsichtige Doppel- oder Parallelstrukturen geschaffen werden.

Um die Förderung alternativer Wohnformen aus dem Bestand der Pflegeeinrichtungen heraus künftig zu erleichtern, sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen verbessert und Hemmnisse abgebaut werden. Die Veränderung der Rahmenbedingungen ist auch das Ziel beim Thema praxisgerechter Einsatz des Personals, um anforderungsgerechte, flexible Einsatzmodelle zu schaffen.
Die PflegeGesellschaft sieht sich als enger Partner von Politik und Landesregierung und bietet ihre Expertise im Rahmen der Koalitionsfindung und der pflegepolitischen Ausrichtung an. „Anpacken für die Pflege“ dient dazu als Diskussionsgrundlage, der Katalog ging allen im Landtag vertretenen politischen Parteien zu.