22. September 2015

Unter dem Motto „Krankenhausreform – So nicht!“ erwartet die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) zum Aktionstag am Brandenburger Tor in Berlin 10.000 Teilnehmer/-innen. Die Kundgebung hat das Ziel, der Politik klar zu machen, wo die Probleme liegen und wo wirklich Hilfe benötigt wird. Denn in den Augen der DKG verspricht die Krankenhausreform zwar viel Hilfe, hält aber nichts ein. Auch die Krankenhäuser der Stiftung kreuznacher diakonie in Bad Kreuznach, Kirn, Neunkirchen, Saarbrücken und Simmern unterstützen die Positionen und Forderungen der DKG.

„Das Krankenhaus-Strukturgesetz enthält gewiss einzelne punktuelle Verbesserungen. Diesen stehen jedoch massive Verschlechterungen für unsere Krankenhäuser entgegen“, sagt Dr. Thorsten Junkermann von der Geschäftsführung des Geschäftsfeldes Krankenhäuser und Hospize. Die Reform gebe auf die zentralen Finanzierungsprobleme der Krankenhäuser nicht nur keine Antwort, sondern verschärfe diese sogar noch. Die dringend notwendige Absicherung der Personalkosten finde nicht statt. „Steigende Patientenzahlen und die bei kürzerer Liegedauer daraus resultierende Arbeitsverdichtung erfordern täglich erhebliche Anstrengungen seitens der Mitarbeitenden – durch die permanent erhobene Forderung nach zusätzlicher Rationalisierung fühlen sich gerade die Mitarbeitenden durch die Politik im Stich gelassen.“

Hohes Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden

Auch das Thema „Qualitätsverbesserung“, das die Politik immer wieder anführt, sehen die DKG und die Krankenhausverantwortlichen der Stiftung kreuznacher diakonie kritisch. „Hier wird von Seiten der Politik wird der Eindruck erzeugt, die Krankenhäuser hätten verbreitet Qualitätsdefizite und würden medizinisch nicht notwendige Leistungen erbringen“, so Geschäftsführerin Gabi Schmitt-Paul. „Die Einschätzung, man müsse über Qualitätsabschläge dem Qualitätsverständnis nachhelfen, steht im absoluten Widerspruch zu unserem Verantwortungsbewusstsein und zum Engagement der Mitarbeitenden im pflegerischen und ärztlichen Dienst“, betont sie.

Mit den zahlreichen zertifizierten Angeboten wie dem Brustzentrum in Simmern, den Traumazentren in Simmern und Bad Kreuznach, den Endoprothesenzentren in Simmern und Bad Kreuznach, dem Diabetologischen Schwerpunkt in Kirn, dem Perinatalzentrum Level I in Bad Kreuznach und der Chest Pain Unit in Bad Kreuznach sowie dem Hernienzentrum in Saarbrücken unterstreichen die Krankenhäuser der Stiftung ihren Qualitätsanspruch eindrücklich.

Die Reform werde mit Einschätzungen begründet, die nicht der Realität entsprechen und nicht akzeptabel seien. „Der Gesetzentwurf für die Krankenhausreform verkennt die schwierige Lage in Deutschlands Krankenhäusern und gibt auf die großen Zukunftsfragen keine Antworten. Daher hoffen wir, dass die Politik hier deutliche Nachbesserungen vornimmt“, sagt Geschäftsführer Joachim Krekel. „Krankenhäuser sind nicht primär Kostenfaktoren, sie sind regionale Wirtschaftsfaktoren und dienen als Teil einer notwendigen Gesundheitsversorgung nicht zuletzt der Attraktivität von Städten und Regionen.“ Zuwendung, professionelle medizinische und pflegerische Versorgung hätten ihren Wert und ihren Preis. Der jetzt erneut beschrittene Weg, die Krankenhäuser gleichsam auszuhungern, führe nicht weiter.