15. September 2015

Gemeinsame Erkl√§rung der Leitenden Geistlichen der Landeskirchen zur aktuellen Situation der Fl√ľchtlinge

Speyer/Hannover (lk). Als ein deutliches Signal f√ľr einen respektvollen und Wert sch√§tzenden Umgang mit Menschen auf der Flucht hat Kirchenpr√§sident Christian Schad die gemeinsame Erkl√§rung der Bisch√∂fe und Kirchenpr√§sidenten der evangelischen Landeskirchen in Deutschland zur aktuellen Situation der Fl√ľchtlinge gewertet. Darin treten die zwanzig Kirchenvertreter daf√ľr ein, "dass Europa jetzt gemeinsam handelt und seinen humanit√§ren Verpflichtungen gemeinschaftlich nachkommt".

In der sechs Punkte umfassenden Erkl√§rung danken die Leitenden Geistlichen den ehrenamtlich und beruflich Engagierten aus Kirche, Zivilgesellschaft, Staat und Politik, die mit einem beispiellosen Einsatz f√ľr die schnelle und menschenw√ľrdige Aufnahme und Unterbringung von Fl√ľchtlingen sorgten. Aufgabe der Kirche sei es, neben einer Willkommenskultur "auch die damit verbundene Integration zu einer zentralen Aufgabe unserer Gemeinden und Einrichtungen zu machen".

Schad zeigte sich erfreut, dass es in der Pfalz und Saarpfalz inzwischen kirchliche Engagements gebe, die R√§ume offen hielten f√ľr Fl√ľchtlinge und gleichzeitig die Begegnung von Mensch zu Mensch erm√∂glichten. "Hier wird nicht abstrakt √ľber das Fl√ľchtlingsproblem diskutiert, sondern konkret Menschen geholfen", so der Kirchenpr√§sident, der Sprachkurse zur besseren Integration ebenso als Beispiel nannte wie die Begleitung bei Beh√∂rdeng√§ngen. "In der ehrlichen Begegnung erkennt man den Anderen als Menschen mit gleicher W√ľrde", sagte Schad.

Der Kirchenpr√§sident betonte jedoch, dass zu einer Willkommenskultur auch eine Willkommensstruktur mit gleichen Standards f√ľr ganz Europa n√∂tig sei. Zu diesen Strukturen geh√∂rten nicht nur die gerechte Verteilung der Fl√ľchtlinge, sondern auch der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie zum Bildungs- und Gesundheitssystem. "Integration muss zu einem Thema der Migration werden ‚Äď und darf nicht nur ein √ľberf√§lliges Einwanderungsgesetz betreffen", sagte der Kirchenpr√§sident.

Schad verwies zudem auf die Aktivit√§ten der Landeskirche und ihrer Diakonie, die mit Fl√ľchtlingsberatungsstellen, Migrationsfachdiensten und Fachberatungsstellen f√ľr die Zuflucht suchenden Menschen da seien. Er dankte den Ehrenamtlichen aus den Kirchengemeinden, freien Initiativen und Vereinen, f√ľr die es humanes Gebot und religi√∂se Verpflichtung sei, dem fremden N√§chsten zu helfen.

Mit der Erkl√§rung "Zur aktuellen Situation der Fl√ľchtlinge" (PDF-Datei, 1,9 MB) haben sich erstmals seit Bestehen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Leitenden Geistlichen in einem gemeinsamen Statement zu Wort gemeldet.