30. April 2015

Andrea Hieronimus und Annette Salecker sind augebildete Hebammen. Nach einer berufsbegleitenden Weiterbildung arbeiten die beiden im Diakonie Krankenhaus in Bad Kreuznach als Familienhebammen. Nicht mehr der Kreißsaal, sondern ein eigenes kleines BĂŒro ist nun ihr Arbeitsplatz. Hier bieten sie Schwangeren und frischgebackenen MĂŒttern sowie deren Familien seit rund drei Jahren UntersĂŒtzung in unterschielichen Bereichen an. „Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderes Ereignis. Es verĂ€ndert das Leben von MĂŒttern und VĂ€tern in vielfĂ€ltiger Weise. Die Anpassung an die neue Situation ist eine große Herausforderung, die viele Unsicherheiten mit sich bringen kann“, weiß Hieronimus. Dabei tauchen Fragen auf wie: Welche Hilfsangebote gibt es? Wie kann der Start zu Hause gut gelingen? Wie bekomme ich Sicherheit im Umgang mit dem Baby und der neuen Lebenssituation? Genau dabei helfen die Familienhebammen.

 Hilfe in geschĂŒtzem Rahmen
„Zu uns kommen oft Frauen, die beispielsweise alleinerziehend, arbeitssuchend, suchtbelastet oder sehr jung schwanger geworden sind, und sich allein mit der Situation ĂŒberfordert fĂŒhlen“, erzĂ€hlt Hieronimus. Je nachdem, welches Anliegen die Frauen haben, werden die Familienhebammen tĂ€tig. „Wir können zum Beispiel den Kontakt zu Schwangerenberatungsstellen herstellen, eine Hebamme fĂŒr die Nachbetreuung suchen oder haben die Termine fĂŒr die Kindersachen-Basare in der Region parat“, sagt Salecker. Aber auch Fragen zur Geburtsvorbereitung, zum Stillen und zum Herrichten des Kinderzimmers können zur Sprache kommen. Wenn von der Schwangeren oder Mutter gewĂŒnscht, kann deren Familie gerne beim GesprĂ€ch dabei sein. „Wichtig ist uns, dass die Entscheidung, uns aufzusuchen immer bei den Frauen liegt und dass sie sich uns hier in einem geschĂŒtzen Rahmen anvertrauen können. Wir sind an die Schweigepflicht gebunden. Daher dringt nichts nach außen“, betont Hieronimus. Auch Eltern von FrĂŒhchen nehmen das Angebot gerne an und suchen sich bei Salecker und Hieronimus UnterstĂŒtzung. „Im Laufe der Zeit haben wir ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut. Daher sind wir, was die Hilfsmöglichkeiten angeht, recht breit aufgestellt“, bekrĂ€ftigen beide.

Viele Familien werden erst bei der Anmeldung zur Geburt oder nach der Entbindung auf die Familienhebammen aufmerksam. „Aber auch wenn es noch keinen Kontakt zur Klinik gibt, können sich Familien bei uns melden. Wir stehen ihnen von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres gerne mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Salecker.

Teil des Projektes „Guter Start ins Kinderleben“

Das Angebot der Familienhebammen ist Teil des Projektes „Guter Start ins Kinderleben“, das in den BundeslĂ€ndern Rheinland-Pfalz, Baden-WĂŒrttemberg, Bayern und ThĂŒringen lĂ€uft.  Ziel des Projekts ist es, belastete Eltern, wie etwa sehr junge und alleinerziehende MĂŒtter, frĂŒh zu unterstĂŒtzen. Neben den Familienhebammen im Diakonie Krankenhaus in Bad Kreuznach, gibt es dieses Angebot in der Region in Bingen, Idar-Oberstein, Mainz, Worms und Kircheimbolanden.

Der Chefarzt der Abteilung GynĂ€kologie und Geburtshilfe, Dr. Michael Kumbartski, sieht die Familienhebammen als große Bereicherung fĂŒr das Haus an: „Dieser kostenlose Service wird gut angenommen und auch die Hebammen, PflegekrĂ€fte und Ärzte der Entbindungs- sowie der Kinderstation profitieren davon. Alle sind in die Arbeit eingebunden und es gibt untereinander einen intensiven Austausch“, informiert er.  

Die Familienhebammen Annette Salecker und Andrea Hierominus sind telefonisch unter 0671/605-2700 oder per Mail hieronan@kreuznacherdiakonie.de und salecka1@kreuznacherdiakonie.de zu erreichen.